ZDF-Doku „Die Macht der Clans“ – Die Dokumentation zum Spielfilm “Gegen die Angst“

Sie sammeln Straftaten, „wie andere Briefmarken“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Neuköllns, Falko Liecke, über arabischstämmige jugendliche Straftäter in der ZDF-Dokumentation „Die Macht der Clans“ (Erstausstrahlung: 25.03.2019, 21.45 Uhr). Arabischstämmige Clans sind mittlerweile überall in Deutschland „integriert“ und die Polizei ist machtlos. Sie agieren nicht nur in der deutschen Hauptstadt oder anderen Großstädten wie Essen, Bremen oder Duisburg. Sie sind selbst in ländlichen Regionen, wo man noch an romantische Idylle glaubte, präsent. So führte die Polizei Lüneburg erst am Wochenende Kontrollen in der einst beschaulichen Kleinstadt Uelzen durch.

ZDF, Die Macht der Clans, Falko Liecke in Neukölln - Foto: ZDF/Oliver Gurr

ZDF, Die Macht der Clans, Falko Liecke in Neukölln - Foto: ZDF/Oliver Gurr

In der ZDF-Dokumentation spielen spektakuläre Überfälle nur eine marginale Rolle, wenn es darum geht, familiäre Strukturen und Rechtsauffassungen arabischstämmiger Großfamilien zu beleuchten. So wohnten die Gangster, die 2014 das Berliner Kaufhaus KaDeWe ausraubten, alle noch bei Mutti in Berlin-Neukölln. Doch sind es Schlagzeilen wie „Spektakulärer Diebstahl im Bodemuseum: Anklage gegen mutmaßliche Goldmünzen-Diebe erhoben“, die das Bild über sogenannte Clankriminalität prägen. Die 30-minütige Dokumentation möchte der Frage nachgehen, welche Versäumnisse sich Politik und Polizei im Umgang mit kriminellen Clan-Mitgliedern zurechnen lassen müssen. Einige Großfamilien konnten sich zu einer Macht in der Organisierten Kriminalität (OK) entwickeln. In der Doku kommen neben Vertretern von Polizei, Staatsanwaltschaft und Politik auch Islam-Experten zu Wort.

Die Großväter oder Väter vieler heutiger „Clangrößen“ kamen in den 1980er und 1990er Jahren als Asylbewerber aus dem Libanon nach Deutschland. Tatsächlich stammen viele aus der Türkei. Die Großfamilie Remmo etwa stammt ursprünglich aus dem südlichen Anatolien in der heutigen Türkei. Doch nicht alle Angehörigen dieser vermeintlich arabischstämmigen Großfamilien verdienen „ihr“ Geld mit Drogenverkauf, Prostitution, Schutzgelderpressung und spektakulären Raubzügen, wie Ermittler sagen. Manche satteln um und streben beispielsweise als Kriminalkommissar eine Laufbahn bei der Polizei an. Selbst Issa Remmo in persona ist nur als ehrlicher und „einfacher Immobilienhändler“ unterwegs, der nun um die Rückgabe seiner vom Land Berlin beschlagnahmten 77 Immobilien kämpft. Während sich Berliner Politiker und Staatsanwälte für die Beschlagnahme feiern lassen, müssen sich die Hauseigentümer keine große Sorgen um die Mieteinnahmen machen, die weiterhin an die Großfamilien fließen. Letztendlich erweisen sich die vermeintlich großen Coups der Strafverfolgungsbehörden als Luftnummer. Der deutsche Staat bekommt es noch nicht einmal hin, sichergestellte Luxusautos, mit denen “Kunden“ zum JobCenter Duisburg vorgefahren waren, um ihre Grundsicherung abzuholen, bestandskräftig einzukassieren. „Wir haben vier der beschlagnahmten Fahrzeuge zurückgeben müssen”, so Staatsanwältin Jennifer König von der Staatsanwaltschaft Duisburg. Vier vermeintlich sozialhilfebedürftige Mitbürger werden weiterhin mit aufheulendem Motor ihre „Sozialhilfe“ in angemessenen Autos abholen können.

„Probleme, mit denen wir hier in Neukölln kämpfen, gehen überwiegend zurück auf arabische Großfamilien“, sagt Kommunalpolitiker Liecke (CDU). Vor allem in sozial schwachen Berliner Stadtteilen wie Wedding und Neukölln sind arabische Großfamilien zu Hause, einige Straßenzüge sind nach Darstellung von Insidern fest in ihrer Hand. Manche Strafverfahren müssten ergebnislos eingestellt werden, weil schon der Name mancher Großfamilie ausreichen würde, um Zeugen verstummen zu lassen, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Berlin. Clans interessieren sich nicht für die Gesetze in Deutschland. Erst kürzlich führte die Polizei eine Verkehrskontrolle in Berlin-Neukölln durch. Dabei stellte sich heraus, dass von 210 überprüften Autofahrern fast 10 % ohne Haftpflichtversicherung unterwegs waren. Achtzehn (= 8,6 %) kontrollierte Autofahrer mussten sich jedoch keine Sorgen über einen Entzug ihrer Fahrerlaubnis machen, da sie keinen Führerschein hatten. Neulich blockierte ein mutmaßlich arabischstämmiger junger Autofahrer in seinem altersgerechten hochgetunten Sportwagen den Überweg für Behinderte. „Ich scheiß auf eure Gesetze“, äußerte er, als er darauf angesprochen wurde. Doch das Problem von „Problemvierteln“ ist, dass gerade dies in Problemvierteln wie Neukölln oder Kreuzberg in der Regel grundsätzlich geduldet wird. Nur wenn Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel sich als Vorkämpfer gegen Araberclans mit Headlines wie „Ordnungsamt mit Abschleppwagen: In Neukölln werden Sie schneller abgeschleppt, als Sie parken können“ profilieren möchte, sollte man seine Zuhälterkarre korrekt parken. An den übrigen 364 Tagen kann man jedoch an jeder Fußgängerampel auf der Sonnenallee ungestört parken.

Es fängt beim Falschparken an und endet beim Raub der Goldmünze im Bode-Museum.

Fernsehtipp für Montag, den 25.03.2019

ZDF, 20.15 Uhr: „Gegen die Angst“ (Krimi)

ZDF, 21.45 Uhr: „Die Macht der Clans“ – Die Dokumentation zum Spielfilm “Gegen die Angst“ oder in der ZDF-Mediathek

ZDF, Gegen die Angst - Foto: ZDF/Christoph Assmann

ZDF, Gegen die Angst - Foto: ZDF/Christoph Assmann

Kommentieren