Todesnachricht bei Sat.1

Der mit 4 Milliarden Euro verschuldete Fernsehsender Sat1 wird sich auf Empfehlung der Unternehmensberatung McKinsey schon mit Wirkung zum heutigen Dienstag von seinen quotenstarken Nachrichtenformaten trennen. Das gestern ihre letzte Sendung lief, erfuhren die Mitarbeiter der Redaktion von „Sat.1 am Abend“ immerhin schon 5 Stunden vor der Sendung. Die Sendung war ausschließlich in den neuen Bundesländern, Berlin und dem Saarland sowie über den Satelliten zu empfangen. Den 35 Mitarbeitern von „Sat.1 am Mittag“ wurde das Aus sogar erst nach der Sendung von Senderchef Matthias Alberti verkündet. Ab Ende August 2007, wenn auch „Sat.1 News – die Nacht“ eingestellt werden wird, gibt es mit den ”Sat.1 NEWS” um 18.30 Uhr nur noch eine ernsthafte tägliche Nachrichtensendung. Auch das Frühstücksfernsehen bezog seine Nachrichtenbeiträge hauptsächlich von den nun geschlossenen Redaktionen. Hinter dem überstürzten Personalabbau stehen offensichtlich die Finanzinvestoren  KKR und Permira, die erst vor einigen Monaten die Mehrheit des ProSieben Sat1-Konzerns übernommen haben. Durch die „Heuschreckenlogik“, die den mehr als 180 Mitarbeitern mit Wirkung zum 31. Augsut 2007 den Arbeitsplatz kosten wird, verkomme der Sender zu einem reinen Abspielkanal, so ein Sprecher der Gewerkschaft Ver.di. Auf den freigewordenen Sendeplätzen werden ab heute jedenfalls Gerichtsshows gezeigt. Trotzdem besteht aus Sicht des Privatsenders kein Grund für eine Gefährdung der Lizenz als Vollprogramm.

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