„Stasi-Offizier“ Ulrich Mühe gestorben

„Ich unterziehe mich den entsprechenden Therapien und hoffe, dass es mir bald wieder besser geht“, sagte der 54-Jährige Schauspieler Ulrich Mühe in einem am Sonntag in der ‚Berliner Morgenpost’ veröffentlichten Interview. Seine Hoffnung hat sich nicht bewahrheitet. Am Tag als das Interview veröffentlicht wurde, ist der aus Sachsen stammende deutsche Film- und Theaterschauspieler, an seinem Krebsleiden verstorben. Zuletzt war er einem großen Publikum durch seine Rollen als Gerichtsmediziner „Dr. Robert Kolmaar“ in der ZDF-Serie „Der letzte Zeuge“ und als Stasi-Hauptmann „Gerd Wiesler“ in dem Kinofilm „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarcks bekannt. Der Kinofilm über die Stasi wurde 2007 als bester fremdsprachiger Fim mit einem Oscar ausgezeichnet.

In der DDR, wo der Schauspieler am 20. Juni 1953 in Grimma geboren wurde, begann seine Theater-Karriere, nachdem er ein 1975 begonnes Studium an der Leiziger Theaterhochschule ‚Hans Otto’ erfolgreich absolviert hatte. Zunächst gehörte Ulrich Mühe dem Ensemble des Theaters im damaligen Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) an, wo ihn Heiner Müller für die Volksbühne entdeckte. Nach der Wende wirkte Ulrich Mühe an den Salzburger Festspielen mit und spielte am Wiener Burgtheater. Ulrich Mühe wurde für diese Rolle mit dem Deutschen Filmpreis 2006 als bester Hauptdarsteller und dem Europäischen Filmpreis 2006 als bester Darsteller sowie mit der Goldenen Henne ausgezeichnet.

Seine zweite Ehefrau, die im Augsut 2006 verstorbene Schauspielerin Jenny Gröllmann, erwirkte kurz vor ihrem Tode vor dem Landgericht Berlin einstweilige Verfügungen gegen den Verlag des Buches ‚Das Leben der Anderen’ und gegen den Schauspieler selbst, nachdem Ulrich Mühe seiner Ex-Frau vermeintliche Kontakte zur Abteilung HA II/13 des Ministeriums für Staatssicherheit unterstellt hatte.

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