Salman Rushdie kann nur Ayatollah Khomeini helfen

“Wenn jemand eine Bombe an seinem Körper zündet, wäre er im Recht, wenn sich die britische Regierung nicht entschuldigt und den Titel des ‘Sir’ zurückzieht”, kommentierte der pakistanische Minister für Religionsangelegenheiten, Mohammed Ijaz ul-Haq, die Ehrung des britisch-indischen Autors Salman Rushdie. Queen Elisabeth II. hatte Salman Rushdie, der heute 60 Jahre alt wird, vor 3 Tagen in den Adelsstand erhoben. Die Ehrung des wohl “in der islamischen Welt meistgehassten Menschen” – so ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran – hatte bereits zu scharfen Protesten aus dem Iran geführt.

Weltbekannt wurde Rushdie, nachdem Ayatollah Khomeini,  Oberster geistlicher Rechtsgelehrter und Staatsoberhaupt der islamischen Republik im Iran, am  14. Februar 1989 eine ‘Fatwa’ gegen den Bestsellerautoren verhängte und für die Tötung des Autors wegen dessen angeblicher Gotteslästerung in dessen 1988 erschienen Buch “Die Satanischen Verse“ ein Kopfgeld in Höhe von 3 Millionen US-Dollar auslobte. Der überzeugte Atheist hielt sich daraufhin jahrelang in New York und London unter Polizeischutz versteckt. Im Zusammenhang mit dem Buch “Die satanischen Verse” kam es zu zahlreichen Anschlägen auf Verlagshäuser und Übersetzer. Da sich in Deutschland alle Verlage weigerten, das Buch zu drucken, wurde der Verlag ‘Artikel 19 Verlag’ gegründet – der sich nach Artikel 19 der Europäischen Konevntion zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten benannte, der die Meinungsfreiheit garantiert. Zu den Gesellschaftern des Verlages gehören namhafte Persönlichkeiten wie Norbert Blüm, Günter Grass, Günter Wallraff, aber auch zwei, die sich schon immer mochten, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder.

Indes erklärte 1998 die iranische Regierung, sie untertütze das von Khomeini ausgesprochene “Todesurteil” zwar nicht mehr, zurückziehen könne die ‘Fatwa’ aber nur derjenige, der sie ausgesprochen habe – Ayatollah  Khomeini ist bereits seit 18 Jahren tot. Preisverfall im Iran: Zwar nicht der iranische Staat, aber die Gesellschaft zur Ehrung der Märtyrer in der islamischen Welt bietet allen Personen, die die Todesfatwa des Ayatollah Khomeini von 1989 vollstrecken, weiterhin eine Belohnung an – allerdings nur noch 5% von der ursprünglich für diesen Fall vorgesehenen Belohnung. Jetzt gibt es für die Ermordung des Autors nur noch 150000 US-Dollar.

Kommentieren ist momentan nicht möglich.


weiter...