Reality-Soap ‘CSU’ mit Horst Seehofer und Gabriele Pauli

Die Autorin des 1985 erschienen Buches „Polit-PR. Strategische Öffentlichkeitsarbeit politischer Parteien. Zur PR-Praxis der CSU“, Gabriele Pauli, möchte der mittelfränkischen Provinz endlich entfliehen und in der Münchner Zentrale der Christlich-Sozialen Union (CSU) in Bayern ab Herbst 2007 das Oberkommando übernehmen. Es ist noch gar nicht so lange her, da wollte die von der CSU-Spitze angefeindete Politikerin zu den ‚Freien Wählern’ abwandern. Ende 2006 sorgte die Fürther Landrätin für Schlagzeilen, indem sie gegen den bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber den Vorwurf erhob, dieser habe seinen persönlichen Referenten für Schnüffeldienste eingesetzt, um schlüpfrige Einzelheiten aus dem Leben der Gabriele Pauli auszukundschaften. Schwer traf die geltungssüchtige Politikerin, die aus Rheinland-Pfalz in Kinderjahren in Bayern eingewandert war, die Reaktion des bayrischen Regierungschefs: „Sie sind nicht wichtig“, soll Edmund Stoiber zu ihr gesagt haben. Im Januar 2007 profilierte sich die 50-jährige Lokalpolitikerin mit ihrer Forderung eine Mitgliederbefragung der CSU-Basis über das weitere politische Schicksal des bayrischen Ministerpräsidenten, dem sie Frauenfeindlichkeit vorwarf., durchzuführen.

Schließlich kündigte Edmund Stoiber am 18. Januar 2007 an, sich im Herbst 2007 von seinen politischen Ämtern zurückzuziehen. Während die CSU mit dem amtierenden bayrischen Landesinnenminister Günther Beckstein bereits einen Nachfolger für Edmund Stoiber im Amt des Ministerpräsidenten auserkoren hat, ist für den Parteivorsitz ein Kampf zwischen Bundesagrarminister Horst Seehofer und dem bayrischen Landwirtschaftsminister Erwin Huber ausgebrochen, der schon Telenovela-Reife erreicht hat. So wurde an die Medien lanciert, das Horst Seehofer von einer Berliner Freundin ein uneheliches Kind erwartet. Während Erwin Huber dem inzwischen geborenen Mädchen „alles Gute“ wünscht, drohte sein Kontrahent angeblich mit Sex-Enthüllungen. Durch die Ankündigung der Kandidatur für den CSU-Parteivorsitz der Gabriele Pauli, die erst im März 2007 mit aufreizenden Fotoaufnahmen in dem Magazin ‚Park Avenue’ als „Latex-Landrätin“ für Furore sorgte, wird der Spannungsbogen für die Reality-Soap nochmals aufgebaut. Das Hochglanz-Magazin titelte damals: „Eine Königsmörderin?“ Was Gabriele Pauli vielleicht noch nicht weiß, Mörderinnen können kein Erbe antreten.

Manfred Weber, Landesvorsitzender der Jungen Union in Bayern, ist der Meinung, Gabriele Pauli fülle mit ihrer Ankündigung lediglich “ein Sommerloch der Medien”. Die Vorsitzende der Frauen-Union, Emilia Müller, bezeichnete die Kandidatur von Gabriele Pauli als “Mediengag”. “Es ist schon erstaunlich, dass Frau Pauli nach allem, was sie in der CSU erleben musste, noch immer nicht gemerkt hat, in welcher Partei sie eigentlich ist: Ein Machtkartell alter Männer, für die ‚neue Akzente’ genau so Teufelszeug sind wie Paulis Latex-Handschuhe”, erklärte dagegen der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im bayrischen Landtag, Sepp Dürr.

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