Polizeiskandal in Österreich: SPIEGEL-Redakteurin wurde wie alle anderen behandelt

“”Spiegel”-Korrespondentin in Wien gefesselt und verhaftet” oder “Polizisten-Gewalt gegen Journalistin”, vermeldeten österreichische Medien. Was war passiert? Marion Kraske, Österreich-Korrespondentin des deutschen Nachrichtenmagazins ‘DER SPIEGEL’ war vor zwei Wochen in der Hauptstadt der Alpenrepublik mit ihrem Fahrrad unterwegs und überfuhr in der Wiener Leopoldstadt ein Rotlichtsignal. “Plötzlich hielten mich zwei Polizisten auf, wollten sieben Euro Strafgeld kassieren”, berichtet die Journalistin dem Magazin ‘Österreich’ voller erstaunen. Schließlich hätte sie weder Geld noch Papiere bei sich gehabt, aber immerhin eine Visititenkarte vom SPIEGEL.

Obwohl die Korrespondentin doch sich mittels einer Visitenkarte wie einst Stefan Raab als Mitarbeiterin des SPIEGEL ausgeben konnte, wollten die unverschämten Gesetzeshütter die Reporterin wie jeden anderen Bürger, der eine Ordnungswidrigkeit verwirklicht und sich nicht ausweisen kann, behandeln. Sie wollten die seit 3 Jahren in Wien für das Nachrichtenmagazin arbeitende Berichterstatterin doch tatsächlich auf die Polizeiwache in der Pappenheimgasse bringen. Ausgestattet mit einer Visitenkarte des ‘SPIEGEL’ hatte die Journalistin, die über eine Rotlichtampel fuhr, dies natürlich nicht nötig und wollte wegen dieser “Lapalie”, wie sie die Ordnungswidrigkeit in einem Interview nennt, nicht mitkommen. Kraske wehrte sich dagegen, dabei soll es zu einem Gerangel gekommen sein. Nun sagen die Polizisten, die Journalistin habe die Beamten geohrfeigt, weswegen ihr Handschellen angelegt worden seien. Schließlich habe sie sich “wie eine Schwerverbrecherin” auf dem Kommissariat wiedergefunden, sagte Karaske, die nun angeblich wegen der Sache vor Gericht ziehen will.

Gerhard Spörl, Ressortchef Ausland beim SPIEGEL, bezeichnete den Vorfall österreichischen Medien zufolge als einen, “den man in einem mitteleuropäischen Land nicht erwarten würde.”, das deutsche Nachrichtenmagazin habe sich inzwischen bei Innenminister Günther Platter (ÖVP) und dem Wiener Polizeipräsidenten beschwert. Die deutsche Botschaft habe bereits eine Protestnote an Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) gerichtet.

1 Kommentar zu „Polizeiskandal in Österreich: SPIEGEL-Redakteurin wurde wie alle anderen behandelt“

  • Chris M. sagt:

    In Österreich ist das leider normal, – hier wird auch ein Verkehrssünder wie ein Schwerverbrecher behandelt, – dem Polizisten wär es am liebsten wenn man sich auf dem Boden wirft – und ihn anbetet.

    Das Problem ist dass die Polizisten schon mit so einer mießen Laune an Ihre Arbeit gehen..


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