Nazi-Satire: Dieter Hildebrandt war NSDAP-Mitglied

“Die gegen mich erhobenen Vorwürfe im ‘Focus’ vom 30.6.2007 sind haltlos und schlecht recherchiert. Die Anwälte sind bereits eingeschaltet, und wir dürfen gespannt sein, was dem ‘Focus’ weiterhin einfällt, um sich durchs Sommerloch zu retten…”, schreibt der bekannte Kabarettist und Buchautor Dieter Hildebrandt (80) auf seiner Homepage. Das Nachrichtenmagazin berichtet in seiner aktuellen Ausgabe unter Hinweis auf entsprechende Karteikarten, Hildebrandt, der für seine ARD-Sendung ‘Scheibenwischer’ 1993 mit dem Civis – Europas Medienpreis für Integration ausgezeichnet worden ist, hätte am 19. Februar 1944 seine Mitgliedschaft in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) beantragt. Dem ‘Focus’ zufolge hätten auch die beiden deutschen Schriftsteller Martin Walser und Siegfried Lenz einen derartigen Aufnahmeantrag in die nationalsozialistische Partei mit Wirkung zum 20. April 1944, also dem 55. Geburtstag von Adolf Hitler, als Jugendliche gestellt.

Dieter Hildebrandt in einem Wahlwerbespot der SPD (1976)

Alle drei Linksintellektuellen bestreiten, wissentlich jemals einen Antrag auf die Mitgliedschaft in die Nazi-Partei gestellt zu haben. “Die sollen mir dann eine Unterschrift von mir zeigen”, so Hildebrandt zu den im Bundesarchiv der Bundesregierung gefundenen Mitgliedskarten. Das  Bundesarchiv hatte 1994 die rund sieben Millionen Dokumente von dem amerikanisch verwalteten ‘Berlin Document Center’ übernommen. Die Karteikarten von Hildebrandt, Lenz und Walser worden im Zusammenhang mit Recherchen zur sogenannten Flakhelfer-Generation aufgefunden. Der 1944 erst 16-jährige Hildebrandt, kann sich seinen angeblichen Parteieintritt nur durch ein Sammelverfahren erklären. Diese Vermutung wird auch durch den ZDF-Historiker Guido Knopp für möglich gehalten: “Es gab Fälle der kollektiven Aufnahme in die NSDAP ohne Wissen und ohne Zutun der Betroffenen.”

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