Münchner Mediziner schickt “Professor Brinkmann” in die Gerichtsmedizin

“Die Obduktion ist vorerst abgeschlossen. Im Wege der ausführlichen Untersuchung und äußeren Inaugenscheinnahme der Leiche von Herrn Wussow ergibt sich kein Hinweis, dass er eines nicht natürlichen Todes gestorben ist”, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Ulrich Scherding, nach der gerichtsmedizinischen Untersuchung des am Mittwoch im Evangelischen Krankenhaus Rüdersdorf bei Berlin verstorbenen Schauspielers Klausjürgen Wussow. Der 78-jährige litt seit langem an Demenz und lebte seit Juli 2006 in einem Pflegeheim im brandenburgischen Strausberg. Nach einem Kreislaufkollaps befand sich der einem Millionenpublikum als “Professor Brinkmann” aus der ‘Schwarzwaldklinik’ bekanntgewordene einstige Theaterschauspieler seit März 2007 in stationärer Behandlung. Ein Arzt aus München, der zum Bekanntenkreis des mit der ‘Goldenen Palme’ und dem ‘Bambi’ ausgezeichneten Schauspielers gehört, hatte bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Da sich der Todesfall jedoch in Brandenburg zugetragen hatte, wurde der Fall sofort an die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) abgegeben.

Wussows Karriere begann 1947 an der Volksbühne Schwerin, nachdem er ein Jahr zuvor die Schauspielschule des Berliner Hebbel-Theaters besuchte. Schließlich war er ab 1958 in mehreren Filmen zu sehen, so auch in mehreren Edgar-Wallace-Krimis. Zwischen 1964 und 1986 war er Ensemblemitglied am Burgtheater Wien. Wegen seiner Beliebtheit wurde ihm auch die österreichische Ehrenstaatsbürgerschaft verliehen. Durch die ZDF-Serie ‘Schwarzwaldklinik’ gelangte er als “Professor Brinkmann” an der Seite von Gabi Dohm und Sascha Hehn zu Kultstatus. Die mehr als 73 Folgen der Krankenhausserie waren in der Mitte der Achtiger Jahre ein wahrer Straßenfeger, so hatte die Serie zeitweise Traum-Einschaltquoten von bis zu 80 Prozent. Die Erstausstrahlung der Arztserie hatte pro Sendung durchschnittlich 25 Millionen Zuschauer. Eine Folge erreichte sogar mehr als 28 Millionen Fernsehzuschauer, weswegen die ‘Schwarzwaldklinik’ es sogar ins Guiness-Buch der Rekorde schaffte. Die Serie wurde bis heute schon sieben Mal wiederholt. Die von Wolfgang Rademann für das Zweiten Deutsche Fernsehen produzierte Fernsehserie war gleichermaßen in Westdeutschland wie in der ehemaligen DDR beliebt. Am 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Wiedervereinigung, pilgerten tausende Bürger der gerade untergegangenen DDR in 65 Bussen ins Glottertal, wo die Außenaufnahmen der zwischen 1985 und 1989 erstmalig ausgestrahlten Serie gedreht worden. Selbst die Specials (“Neue Zeiten”, “Die nächste Generation”), die am 20. Februar 2005 und 4. Dezember 2005 aus Anlaß des 20-jährigen ‘Schwarzwaldklinik’-Jubiläums im ZDF ausgestrahlt wurden, erreichten enorme Einschaltquoten. Die aus Anlaß des Todes von Klausjürgen Wussow am Mittwochabend kurzfristig ins Programm genommene erste Folge der ‘Schwarzwaldklinik’ hatte einen Marktanteil von 12,1 Prozent (3,17 Millionen Zuschauer).

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