Medienkonzern ProSiebenSat.1 Media AG auf Europakurs

Keine Überrachung ist der hundertprozentige Kauf der Sendergruppe SBS durch die ProSiebenSat.1 Media AG, durch den der Münchner Medienkonzern zu einem pan-europäischen Anbieter auf Platz 2 in der Europäischen Union aufrückt. Durch die Transaktion wird der Medienkonzern künftig 77 Millionen Menschen erreichen können, 19 Free-TV- und 20 Pay-TV-Sender sowie 24 Radiosender in 13 Staaten gehören unter anderem zur neuen Gruppe. Die neue Mediengruppe will nicht nur in neue TV-Kanäle, sondern ebenso in Internetinhalte investieren.

“Wir werden eine größere kritische Masse erreichen und dadurch in der Lage sein, in einem europäischen Netzwerk mehr qualitativ hochwertiges Programm zu produzieren”, begrüßte Pro Sieben Sat 1-Chef Guillaume de Posch den Neuerwerb. Die Senderkette, die vorwiegend in den Beneluxländern, in Skandinavien und in Osteuropa aktiv ist, war dem Medienkonzern aus München 3,3 Milliarden Euro wert. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörde kommt der Vertrag im Juli unter Dach und Fach.

Da die Anteile von Medienmogul Haim Saban an der ProSiebenSat.1 Media AG erst vor einigen Monaten durch die Private Equity-Unternehmen Permira (London) und Kohlberg Kravis Roberts & Co./KKR (New York) übernommen worden waren, war schon lange mit dem Zukauf zu rechnen. Denn die in Luxemburg ansässige Senderkette SBS Broadcasting Group gehört ebenfalls den Finanzinvestoren Permira und KKR. Der Firmenausbau könnte der ProSiebenSat.1 Media AG ab 2008 die niederländische Telegraaf Media Groep N.V., die 20 Prozent an der SBS Broadcasting Group hielt, als neuen Aktionär bescheren.

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