Fall Madeleine: Regierungssprecher mutiert zu „Freund der Familie“

Die Medienmanipulation durch die britische Regierung im Fall Madeleine zugunsten der durch die portugiesischen Polizei verdächtigten Eltern, Gerry und Kate McCann, ist schon schockierend. Im gleichen Tempo wie die Eltern der kleinen Maddie McCann in der öffentlichen Meinung von Opfern zu mutmaßlichen Tätern mutierten, wandelte sich seit dem Wochenende auch ein hochrangiger PR-Berater der britischen Regierung vom „Sprecher der Regierung“ zu „einem Freund der Familie“. Was soll das?

In den ersten Tagen lag die Pressebetreuung für Gerry und Kate McCann in den Händen von John McCann, ein Onkel der vermeintlich entführten Madeleine. Daran wäre auch nichts auszusetzen gewesen, da jede Familie das Recht hat, vorausgesetzt die Entführungsgeschichte wäre wahr, sich in einer solchen Situation an die Öffentlichkeit zu wenden.

Aber schon bald fühlte sich aus unerklärlichen Gründen die damalige Regierung von Tony Blair auf den Plan gerufen und kommandierte ihren Spindoktor Clarence Mitchell als PR-Berater für die beispiellose Kampagne der Eltern ab. Clarence Mitchell ist auch unter Premierminister Gordon Brown weiterhin Direktor der MMU (Media Monitoring Unit), einer Regierungbehörde, die in erster Linie für das Presseamt der Londoner Regierung aktiv ist. Sein Job ist es also Medienschlachten für das Empire zu unterstützen. In den ersten Wochen ging seine Kriegstaktik wahrlich auf.

Nachdem aber die ersten Zweifel an der Version von Gerry und Kate McCann aufkamen, hörte man dann nichts mehr von Clarence Mitchell, dem „Sprecher der Regierung“. Spätestens seit dem Wochenende scheint die Geschichte völlig außer Kontrolle zu geraten. Es wäre für die britische Regierung auch wirklich sehr unangenehm, wenn Gerry und Kate McCann sich als Lügenbolde herausstellen würden. Denn noch im Mai 2007 suchte die britische Regierung einen „Campaign Manager“, der die nun beiden Hauptverdächtigen medial betreuen sollte.

Es gilt für jeden die Unschuldsvermutung, auch für Tatverdächtige. Aber wenn sich die Anschuldigungen der portugiesichen Polizei bewahrheiten sollten, wie soll dann die Regierung den Engländern erklären, mit welchem Recht sie ausländische Politiker und den Papst vorgeführt hat? Und vor allem, was bedeutet dies für die Glaubwürdigkeit der Regierung?

Das muss auch das amtliche Presseamt der Regierung in London gedacht haben. War das der Grund, weshalb der bis dahin schon vergessene Clarence Mitchell sich am Wochenende wieder für Gerry und Kate McCann einsetzte und der Presse wieder die Entführungsgeschichte, die doch wohl keiner mehr glauben will, erzählte? Selbst die Regierung in London dürfte Zweifel haben, denn ansonsten hätte sich Clarence Mitchell nicht nur als „ein Freund der Familie“ präsentiert, sondern eben als „Sprecher der Regierung“.

Bemerkenswert ist auch die Haltung fast aller Zeitungen hierzulande. Für fast alle Zeitungen scheint es kein Problem darzustellen, wenn die von einer staatlichen Regierungsbehörde gelenkte PR-Kampagne plötzlich als private Initiative „eines Freundes der Familie“ kaschiert werden soll.

©2007 by Anatol Wiecki, Medienhure – Das Medienmagazin: www.Medienhure.de

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2 Kommentare zu „Fall Madeleine: Regierungssprecher mutiert zu „Freund der Familie““

  • Carina Sella sagt:

    vielleicht ist Tony Blair irgendwie involviert……denn in irgendeiner Beziehung muss er ja zu den McCanns stehen….in der BZ liest man, dass die Mutter zweimal laut geschrien haben hat:
    “Sie haben sie genommen…..sie haben sie genommen…..

    wer sind “sie”?….
    und “sie” müssen es dann ja irgendwie vorher schon angekündigt haben…..

    ein Kinderschänderring?…..auf höchster Ebene?….möglich ist es, denn es gibt so viele ******** [EDIT durch die Redaktion: Die Redaktion haftet auch für Kommentare] Politiker und dazu gehört auch Tony Blair…ausserdem macht sich bei mir das Gefühl breit, dass die Eltern unter Drogen stehen, denn wer seine Kinder betäubt, um sich in Ruhe volllaufen zu lassen, der ist krank

  • R.Schüttert sagt:

    ich habs doch geahnt:
    die beiden richten tatsächlich nen 2. fond ein, um damit den Kampf gegen das “Schmierentheater” der portug. Justiz” (o-ton g.mc.c) aufnehmen zu können.
    na dann gebt mal rum, die kollekte…


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