Günter Wallraff möchte mit “Die Satanischen Verse” in Moschee

Der Dialogbeauftrage der Türkisch-Islamischen Anstalt für Religion (DITIB), Bekir Alboga, hatte erklärt, die islamische Gemeinde in Köln wolle sich öffnen und in die Moschee zu kulturellen Veranstaltungen einladen. Der Journalist Günter Wallraff (65), der in der türkischen Community wegen seines 1985 veröffentlichten Enthüllungsbuchs ‚Ganz unten’ populär ist, möchte die islamische Religionsgesellschaft in Köln-Ehrenfeld beim Wort nehmen und will in der neuen Moschee, die allerdings noch gar nicht gebaut ist, aus dem 1988 erschienenen Roman „Die Satanischen Verse“ von Salman Rushdie vorlesen.

Günter Wallraff, der wegen seines investigativen Recherchestils bekannt und deswegen sogar mit dem Verb „wallraffa“ in die schwedische Sprache eingegangen ist, hatte den lange Zeit von der durch Ajatollah Chomeini verhängten Fatwa bedrohten Schriftsteller Salman Rushdie versteckt. Aufgrund der massiven Drohungen und Taten, so wurden im Ausland Anschläge auf Übersetzer und Verleger des Buches „Die Satanischen Verse“ verübt, traute sich kein deutscher Verlag das Buch in der Bundesrepublik Deuschland zu veröffentlichen. Um den Roman doch noch in die deutschen Buchläden zu bekommen, wurde in Anlehnung auf Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen der „Artikel 19“-Verlag von Günter Wallraff und anderen bekannten Gesellschaftern wie Norbert Blüm, Günter Grass und Gerhard Schröder gegründet.

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