DDR-Schießbefehl: Sterben an der Grenze

In den Morgenstunden des 13. August 1961 wurde die Teilung Deutschlands durch den Bau der Berliner Mauer für Jahrzehnte besiegelt. Berlin gedenkt wie jedes Jahr der Opfer des DDR-Regimes. Seit dem Wochenende hat ein jetzt im vollen Umfang verbreiteter Schießbefehl des MfS für Wirbel gesorgt. Denn bereits vor zehn Jahren sollen 17 Zeilen aus dem Papier für eine wissenschaftliche Arbeit zitiert worden sein. Hier eine kleine Auswahl von Reaktionen in den Medien auf den in Magdeburg gefundenen Schießefehl.

“Es hat einen Tötungsbefehl, oder wie Sie es nennen ‘Schießbefehl’, nicht gegeben“, erklärte Egon Krenz gegenüber der BILD-Zeitung. Der Mann, der wegen vierfachen Totschlags zum Nachteil von Menschen, die nur in die Freiheit fliehen wollten, zu einer sechsjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde, bestritt auch lange Zeit die systematischen Wahlfälschungen in der DDR, obwohl er der oberste Wahlleiter gewesen war.

„Die Leute von der Stasi oder die SED-Kader, die das heute leugnen, diesen Schießbefehl, die tun das wie jeder miese Verbrecher, und versuchen, so lange die Dokumente nicht da sind, den Anschein zu erwecken, als wäre es nicht so gewesen“,  sagte heute früh der Bundesbeauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Günter Nooke (CDU), gegenüber dem ZDF-Morgenmagazin.

In einem Interview (mp3) mit dem Deutschlandfunk äußerte sich der Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse zu dem seit dem Wochenende vieldiskutierten Schießbefehl. Die Aufarbeitung des DDR-Unrechts ist, so der SPD-Politiker, noch lange nicht beendet. Auch findet der Politiker die Diskussion über die Verbreitung des Schießbefehls durch die Birthler-Behörde für unangebracht:

„So viele Menschen sind an der Grenze gestorben. Sie wurden erschossen, ermordet, nur weil sie die DDR verlassen wollten. Da gibt es Leute, die immer noch die Existenz einer Anweisung, eines Befehls zum Schießen bestreiten, als ob die jungen Männer an der Grenze, die Grenzsoldaten aus freiem Willen, aus Jux und Dollerei Menschen ermordet hätten. Das ist absurd und das ist schlimm, dass nach wie vor wie Herr Krenz, aber auch nicht wenige andere diese Art Schönfärberei, ja Lüge betreiben. Insofern ist ein solches Papier wichtig, damit es denen ein bisschen schwerer fällt, ihre lügnerischen Behauptungen aufrecht zu erhalten, egal ob der Fund zehn Jahre alt ist oder nur drei Tage.“

2 Kommentare zu „DDR-Schießbefehl: Sterben an der Grenze“

  • Helmut Leih sagt:

    DDR-Schießbefehl: Ich bin der meinung das nicht nur die Mörder in der kretik stehen
    sollten,auch die Westdeutschen etablierten Parteien haben
    sich schuldig gemacht.Sie haben zwar nicht Gemordet,aber sie
    haben eine Mörder Partei nicht verboten.Die etablierten Parteien
    haben also mutwillig vergessen was ihnen nach Kriegsende so
    wichtig geworden ist(Die Nazis sind verboten worden Gott sei
    dank). Warum also nicht die Grenzmörderpartei SED-PDS.
    Ich würde mich freuen wenn das nachgeholt würde.
    Mit freundlichen Gruß
    Helmut Leih

  • Helmut Leih sagt:

    Ich habe am 4.Oktober 2007 schon einmal über dieses Thema einige zeilen geschrieben.Und muß mit erstaunen veststellen,das nachdem ein Papier zum Thema
    Schießbefehl gefunden wurde dieses Papier hier noch nicht Veröffendlicht wurde. Dieses Papier hat offensichtlich einen sollchen Inhalt,das die BRD Regierung Angs vor den Verwanten der DDR Opfer hat.Liebe Leser in diesen Forum,jetzt stellt sich doch langsam die Frage was ist eigendlich mit unserem Sistem los.Kann mann einem Sistem wie der BRD und deren Rechtsform überhaupt noch trauen?.Ein Politisches Sistem was Mörder schützt muß Angeklagt werden,und darf auch nicht mehr Gewählt werden.Deshalb Heute mein Aufruf gehen Sie 2009 nicht zur Wahl, Die Parteien der BRD sind es nicht mehr wert gewählt zu werden.

    Mit freundlichen Gruß
    Helmut Leih


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