DDR-Kultband “Karat” darf wieder “Karat” heißen

“Über sieben Brücken musst du geh’n” ist wohl das bekannteste Lied der in der früheren DDR gegründeten Kultband “Karat”, die sich seit heute wieder so nennen darf. Die Musikgruppe wurde Ende1974 von Herbert Dreilich, Henning Protzmann und Ulrich Swillms, allesamt zuvor Mitglieder der Gruppe “Panta Rhei”, gegründet. Ulrich Pexa, einst Gittarist von Frank Schöbel, der zu der Band vorstoß, soll in dieser Zeit den Namen “Karat” vorgeschlagen haben. Offenbar ohne Wissen seiner Musikerkollegen hatte sich Herbert Dreilich den Namen bereits 1998 beim Deutschen Patent – und Markenamt als Wortmarke schützen lassen. Nachdem Dreilich am 12. Dezember 2004 an einem Krebsleiden starb, beanspruchte seine Witwe den Bandnamen, so dass sich die Gruppe, in der seit dem Tode von Herbert Dreilich sein Sohn Claudius Dreilich als Sänger mitwirkt, gezwungenermaßen in “K…” umbenennen musste.

Das Landgericht Berlin (Aktenzeichen: 16 O 1019/05) wies seine Witwe nun an, dass sie den beim Deutschen Patent- und Markenamt seit dem 12.3.1998 unter der Registernummer 39804808 eingetragenen Markennamen “KARAT” zu löschen habe. “Alles deutet darauf hin, dass ein gemeinschaftliches Auftreten der Band nach außen gewollt war”, sagte der Vorsitzende Richter Peter Scholz in der Urteilsbegründung. Die Musiker waren “nicht bloße Gehilfen” von Dreilich, sondern haben die Entscheidungen gemeinsam getroffen.  Dies würde das “Kennzeichnungsrecht der Gruppe” auch begründen, sagte der Richter. Der Name sei für die Musikgruppe “entscheidungskräftig”. Die Markenanmeldung durch den 2004 verstorbenen Sänger der wohl bekanntesten Rockband der früheren DDR war nach Meinung des Gerichts  rechtswidrig. Gegen das Urteil der 16. Zivilkammer des Landgerichts Berlin ist noch Berufung möglich.

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