Das Geiseldrama von Gladbeck: Medien. Mittäter. Mörder.

Am Morgen des 16. August 1988 drangen die beiden vorbestraften Vorstadtganoven Dieter Degowski (32) und sein Schulfreund Hans-Jürgen Rösner (31) kurz vor Geschäftsbeginn mit einer Pistole und einem Revolver bewaffnet in die Filiale Schwechater Straße 38 der Deutschen Bank in Gladbeck ein. Um genau 08.04 Uhr geht bei der Gladbecker Polizei der Notruf eines Arztes ein, dessen Praxis damals direkt eine Etage über der Bankfiliale gelegen war. Die herannahenden Polizeikräfte stellen ihre Steifenwagen unmittelbar vor dem Eingang der Bank ab, weswegen die beiden Täter, die zunächst unerkannt flüchten wollen, sich in der Bank mit zwei Bankangestellten als Geiseln verschanzen. Damit beginnt einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Das Geiseldrama von Gladbeck.

1988, wir schreiben das vierte Jahr des dualen Rundfunksystems in Deutschland. Seit 1984 gibt es neben den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern nun das Privatfernsehen, einher geht der Siegeszug der Quote als wichtigstes „Qualitätskriterium“. Die Schlacht um die besten Storys, um die besten Bilder, um die größten Marktanteile beginnt. Aber welchen Blutpreis die Medien bereit sind zu zahlen, werden die Menschen erst 54 Stunden nach Beginn des Gladbecker Geiseldramas erfahren – und nach einigen Jahren, vielleicht, begreifen.

Zum ersten Mal in der deutschen Fernsehgeschichte gibt es Livebilder von einem noch stattfindenden Verbrechen. Die ganze Fernsehnation bekommt die Story, die man vorher jeden Drehbuchautor um die Ohren gehauen hätte, nun direkt vom Tatort live über die Flimmerkiste geliefert. Brutale Verbrecher werden dank der Medien, die im Kampf um exklusiv verwertbare Bilder, jede Moral vergessen, für einige Stunden zu Stars. Eine völlig inkompetente Polizei zieht sich zurück und überlässt es Reportern, mit den Gangstern zu verhandeln. Journalisten beobachten nicht nur das Ereignis, sondern sie manipulieren es.

Aufgrund damals neuentwickelter Sendeformate wussten viele Zuschauer und Zeitungsleser nicht mehr, ob es sich um einen Krimi oder um ein reales Ereignis handelt, wie 1938 bei der Massenpanik um das Hörspiel „Krieg der Welten“ von Orson Welles. Denn niemals zuvor haben Journalisten die Grenze zwischen Berichterstattung und Manipulation so verwischt. Und niemals zuvor haben Journalisten zwei Gangstern, noch dazu während eines laufenden Verbrechens, ein derartiges Forum geboten.

Am Ende des Verbrechens, welches drei Menschen ihr Leben kosten soll, wird es zu zahlreichen Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte und Pressevertreter kommen. Der nordrhein-westfälische Landtag und das Bremer Abgeordnetenhaus werden sich mit dem Geiseldrama von Gladbeck befassen. Aber nur ein Kopf wird rollen. Der sozialdemokratische Innensenator von Bremen, Bernd Meyer, tritt drei Monate nach dem bis dahin spektakulärsten Verbrechen der Nachkriegszeit von seinem Amt zurück.

Chronologie des Geiseldramas von Gladbeck

16. August 1988

Die Polizei sperrt die Telefonanschlüsse der Bank nicht, so dass Journalisten mit den Gangstern in der Bank ungehindert Telefoninterviews führen können. ,,Ich will jetzt durch die Medien sprechen“, fordert Dieter Degowski. Die Medien kommen im Kampf um die Quote dieser Forderung eines der Bankräuber nur allzu gern nach. Über einen privaten Radiosender teilen die Geiselnehmer ihre Forderung nach einem Fluchtwagen und 300.000 Deutsche Mark Lösegeld der Öffentlichkeit und der Polizei mit.

Schließlich geht die Polizeiführung auf die Forderungen der Verbrecher ein und ein nur mit einer Badehose bekleideter Polizist überbringt das geforderte Lösegeld, so dass die beiden Geiselnehmer gegen 21.47 Uhr  mit ihren bis dahin zwei Geiseln, der Kundenberaterin Andrea Blecker und dem Kassierer Reinhold Alles, unter Blitzlichtgewitter der Presse die Bank mit einem von der Polizei gestellten Fluchtwagen in Richtung Bremen verlassen können.

Bevor sie der Stadt jedoch den Rücken kehren, nehmen sie jedoch Marion Löblich, die 34-jährige Freundin von Rösner, noch in der Wohnung seiner Schwester in Gladbeck auf. Ganz im Gegensatz zur Polizei, halten sich die Journalisten bei der Verfolgung des Fluchtwagens nicht zurück.

17. August 1988

Mittlerweile dauert das Verbrechen schon über einen Tag an. In Bremen gehen die Gangster gemütlich einkaufen. Die Polizei lässt mehrere Chancen auf einen für die beiden Geiseln ungefährlichen Zugriff verstreichen. Statt die Gangster unschädlich zu machen, schaut die Bremer Polizei seelenruhig zu wie das Trio Degowski, Rösner und seine Gangsterbraut am 17.8.1988 zunächst gegen 16.41 Uhr bei einer Autovermietung einen BMW raubt und dann gegen 19.07 Uhr in Bremen-Huckelriede einen vollbesetzten Bus der Linie 53 kapert.

Es kommt zu beispiellosen Szenen in der deutschen Mediengeschichte. Von Polizei ist weit und breit nichts zu sehen. Reporter auf der Jagd nach Schlagzeilen, finden sich auf einmal in einer neuen Rolle wieder: Sie greifen aktiv in die stockenden Verhandlungen zwischen den Gangstern und der Polizei ein. Degowski und Rösner „erlauben“ den Fernsehteams und Fotografen Aufnahmen in dem von ihnen gekaperten Linienbus 53. Reporter interviewen nicht nur die Gangster, sondern auch die unschuldigen Geiseln. Die Gesichter der Geiseln werden 13 Millionen Fernsehzuschauern in den Fernsehnachrichten und Sondersendungen gezeigt. Und den Zuschauern wird auch ein Hans-Jürgen Rösner, mit der Waffe in der Hand Interviews gebend, zugemutet.

Einer der im Bremen vor Ort die Verbrecher interviewt, der Fernsehreporter Günter Ollendorf, wird Jahre später sagen: „Rösner war vor allem die Frage unangenehm, ob er wisse, dass Unschuldige in dem Bus säßen“ und „Ich bin sicher, wenn ein Psychologe dagewesen wäre, hätte er etwas bewegen können“. Aber die Polizei ist mit keinem Psychologen vor Ort. Vielmehr lässt sie sogar Kinder an dem Bus spielen. Die Polizei verwechselt offenbar eine Geiselnahme mit einer Freizeitveranstaltung.

Nachdem einige Geiseln aussteigen dürfen, verlässt der gekaperte Bus  der Bremer Stadtwerke um 21.50 Uhr, gefolgt von einem Medientross, Bremen. Ein Reporter einer großen deutschen Nachrichtenagentur folgt mit einem Taxi den Geiselbus. Als das Taxi aus Sicht der Geiselgangster offenbar zu Nah ran kommt, schießen sie unerwartet auf den Wagen. Auf der in Niedersachsen gelegenen Autobahnraststätte Grundbergsee werden die beiden Geiseln der ersten Stunde, die beiden Angestellten der Deutschen Bank, endlich freigelassen.

Offenbar eigenmächtig, wie es später im Abschlußbericht stehen wird, machen zwei Polizeibeamte gegen 22.46 Uhr Marion Löblich während eines Toilettenbesuchs dingfest und legen ihr Handschellen an, deren Schlüssel im Gerangel bricht.  Als dies die beiden im Geiselbus verbliebenen Gangster Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner mitbekommen, drohen sie mit der Erschießung von Geiseln, wenn Rösners Freundin nicht binnen „fünf Minuten“ freigelassen sei. Der freie Journalist Peter Meyer, der sich schon als Austauschgeisel angeboten haben soll, betätigt sich nun als Vermittler zwischen den Kriminellen und der Polizei. Eine halbe Stunde nach ihrer Festnahme fahren Polizeibeamte Marion Löblich, die man schon von der Raststätte abtransportiert hat,  nach Grundbergsee zurück.

Aber da ist es schon passiert. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, schießt der kaltblütige Verbrecher Dieter Degowski einem 15-jährigen italienischen Jungen, Emanuele di Giorgi, in den Kopf. Emanuele di Giorgi hatte zuvor versucht, seiner kleinen Schwester zu helfen, als sie von dem Schwerstkriminellen bedroht wird. Emanuele di Giorgi hätte sogar überlebt. Ein vorhandener Rettungswagen hätte den Jugendlichen binnen kürzester Zeit ins nahe gelegene Zentralkrankenhaus Bremen-Ost bringen können. Aber der Junge muss nach 20 Minuten ausbleibender Wundversorgung sterben, weil die Polizei bei einer Geiselnahme nicht mit Verletzten rechnet und deshalb vermutlich kein Krankenwagen in der Nähe ist.

18. August 1988

Ein Polizeibeamter, der den Geiselbus verfolgt, wird kurz nach Mitternacht tödlich verletzt, als sein Wagen mit einem LKW kollidiert.

Als der Bus gegen 02.30 Uhr die deutsch-niederländische Grenze passiert, fallen einige Schüsse, wobei der Busfahrer und Marion Löblich leicht verletzt werden. Nach dem die Gangster die niederländische Grenze passiert haben, lässt das mörderische Trio fast alle seine Geiseln, bis auf zwei junge Frauen, Silke Bischoff und Ines Voitle, frei. Die niederländische Polizei stellt den Gangstern gegen 07.30 Uhr für ihre weitere Flucht einen präparierten BMW, dessen Motor die Polizei mit einer Fernbedienung abschalten kann, zur Verfügung. In einer Apotheke in Wuppertal versorgen sich die Geiselnehmer mit Schmerz- und Aufputschmitteln.

Gegen 10.53 Uhr tauchen die Gangster mit ihrem BMW die Kölner Fußgängerzone Breite Straße in unmittelbarer Nähe des Neven DuMont-Verlags, der neben dem ‚Kölner Stadt-Anzeiger’ auch die Boulevardzeitung ‚Express’ herausgibt, in eine unheimliche Kulisse. Schier unglaubliche und absurde Szenen spielen sich dort ab. Waren die Ereignisse vom Vortag schon unwirklich, werden sie jetzt noch irrealer. Die Verbrecher geben mitten in der Kölner City, umringt von Schaulustigen und etlichen Journalisten, eine „Pressekonferenz“.

„Braucht Ihr etwas?“, fragt ein Reporter. Einige Pressevertreter outen sogar den Pressesprecher der Kölner Polizei und andere Polizeibeamte als solche. Die Gangster wissen jetzt bescheid. Plötzlich sind die Poller, die vormittags für die Lieferanten unten sind, nach oben gefahren. So schnell kann dies eigentlich nur die Polizei, ist sich Udo Röbel sicher. Röbel ist in jenen Augusttagen stellvertretender Chefredakteur der Lokalredaktion des Kölner ‚Express’.

Udo Röbel wird später erzählen, er habe von dem Geiseldrama bis zu den Begebenheiten in der Kölner Fußgängerzone überhaupt nichts mitbekommen. Ja, zu Beginn, am 16. August 1988, habe er lediglich eine Tickermeldung gelesen, aber die Agenturmeldung über einen Bankraub irgendwo im Ruhrgebiet habe ihn nicht sonderlich interessiert. Denn er habe bis dahin zwei Wochen durchgearbeitet und sich auf zwei fernsehfreie Tage gefreut. Von allem habe er nichts mitbekommen. Nichts davon, dass das Zweite Deutsche Fernsehen sein Programm unterbrach. Nichts davon, dass Emanuele di Giorgi auf der Raststätte Grundbergsee ermordet wurde. Denn schließlich habe er zwei Tage kein Fernsehen gesehen und kein Radio gehört, so der Medienmensch Udo Röbel später.

Der Hamburger Obdachlosenzeitung „Hinz & Kunzt“ gab Udo Röbel letztes Jahr zu dem Thema ein Interview. „Der Tag ist gerettet“, wäre sein erster, typisch journalistischer Reflex, gewesen. „Um eine Schlagzeile bräuchten wir uns wohl keine Gedanken mehr zu machen an diesem Tag, dachte ich, als ich in die Redaktion fuhr“, wird er darin zitiert.

Udo Röbel: „Schon nach wenigen Minuten war ich nicht mehr allein. Immer mehr Reporter, Fotografen und Kamerateams kamen aus allen Richtungen herbei und drängten sich um das Auto. Sie schoben und drückten von hinten. Es kostete mich immer mehr Kraft, meinen Platz in der ersten Reihe zu verteidigen. Spätestens jetzt hätte ich gehen können. Zurück an meinen Schreibtisch. Doch der kollektive Rausch, die Hysterie einer Big Story, die wir so noch nie erlebt hatten, die hatten auch mich längst gepackt. Pures Adrenalin jagte durch meinen Körper. Ich befand mich mitten in einem Kinofilm. Live und in Farbe. Zu einem kühlen Kopf war ich nicht mehr fähig. Heute weiß ich gar nicht mehr genau, was ich Rösner damals eigentlich genau gefragt habe. Der einzige klare Gedanke, der ab und zu vage in mir auf blitzte, war die Frage, wo die Polizei war. Nichts. Keine Uniform, kein Streifenwagen. Ja, verdammt noch mal, wo ist eigentlich die Polizei? Sehen die nicht, dass hier langsam alles aus dem Ruder läuft?“.

Heute gibt es viele Kritiker und Moralapostel, die sich anmaßen im nachhinein aufgrund der Entscheidung von Udo Röbel Medienschelte zu betreiben.

Frank Plasberg (WDR, ‚hart aber fair’) beantwortet die Frage von WDR.de „Gab es denn von Seiten der Polizei keinerlei Versuch, die Journalisten und die Schaulustigen in Köln aus ihrer lebensgefährlichen Situation hinauszubringen?“ wie folgt:

„Nein. Es war zwar auf Fernsehbildern ein einzelner Mann in zivil zu erkennen, der offensichtlich versuchte, etwas Ordnung in diese chaotische Situation zu bringen. Doch selbst der war nicht, wie zuerst vermutet wurde, ein ziviler Polizeibeamter, sondern der Journalist Udo Röbel. Der war 1988 stellvertretender Chefredakteur des Kölner Express und seine Redaktionsräume waren nur rund 100 Meter entfernt – so fühlte er sich wohl verantwortlich, das ganze ein bisschen “zu ordnen”. Später stieg Röbel ja sogar selbst in das Fluchtfahrzeug mit ein, um ein Stück mitzufahren.“

Nun, wird nach Peter Meyer, mit Udo Röbel ein weiterer Journalist zum Vermittler zwischen den Mördern und der Polizei. Die Polizei fährt die Poller wieder runter, auch weil die Sache in der Kölner Fußgängerzone wegen der Schaulustigen außer Kontrolle geraten ist. Journalisten und Gaffer scheinen die Gefahr auch dann nicht zu realisieren, als auf sie eine Waffe gerichtet ist. Udo Röbel steigt in den Geiselwagen. Nun ist er mittendrin statt nur dabei. Er dirigiert die ortsunkundigen Verbrecher mit ihren beiden Geiseln und ihm, den Berichterstatter, aus Köln. Die Straßenverkehrsordnung scheint es nicht mehr zu geben und etliche Presseautos lassen sich weder von der Polizei und schon gar nicht von Rotampeln stoppen.

Inzwischen hat die Einsatzleitung der nordrhein-westfälischen Polizei, um 13.18 Uhr, entschieden: “Zugriff wenn möglich noch auf der BAB, bei nächster günstiger Gelegenheit, wenn möglich bei Halt. Täter dürfen nicht wieder in einen City-Bereich einfahren.” Udo Röbel verlässt den Fluchtwagen an der Raststätte Siegburg.

Weil die nordrhein-westfälische Polizei die Fernbedienung für das abschalten des von der niederländischen Polizei präparierten BMW-Motors einfach vergessen hat, kann sie den Motor nicht abschalten. Vielleicht weil die nordrhein-westfälische Landespolizei das Geiseldrama aus Imagegründen unbedingt noch in Nordrhein-Westfalen beenden möchte, wird das Fahrzeug mit den noch darin befindlichen beiden unschuldigen Geiseln, Silke Bischoff und Ines Voitle, von einem Sondereinsatzkommando (SEK) auf der A3 kurz vor der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz bei Bad Honnef gerammt, um es so zum stoppen zu bringen. Aber nicht nur das, es werden auch auf das Fahrzeug 60 Schüsse aus Polizeiwaffen abgegeben. Die Geisel Silke Bischoff, die einen Tag zuvor nur mit einem Linienbus fahren wollte, stirbt im Alter von nur 18 Jahren. Später wird es heißen, keine der 60 Polizeikugeln habe die Geisel getroffen. Vielmehr sei sie durch einen Schuss aus der Waffe des Gangsters Hans-Jürgen Rösner gestorben, die dieser reflexartig abgegeben habe.

Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl distanzierte sich kurz nach dem blutigen Ende von dem katastrophalen Einsatz der NRW-Landespolizei. Hinter der Landesgrenze, in Rheinland-Pfalz, stand schon die Antiterroreinheit GSG9 bereit, die die Sache aufgrund einer gewissen Praxis sicherlich hätte besser beenden können. Dies war auch dem damaligen Landesinnenminister von Nordrhein-Westfalen, Dr. Herbert Schnoor, bekannt, der übrigens nicht wie sein Bremer Kollege zurücktrat, sondern das Gladbecker Geiseldrama zum Anlass nahm, sein Ministeramt eine weitere Legislaturperiode zu bekleiden. Denn eigentlich sah die Lebensplanung des NRW-Innenministers einen Rückzug ins Privatleben vor. Nach dem Gladbecker Geiseldrama befürchtete Schnoor jedoch, die Umsetzung seiner Lebensplanung könnte in der Öffentlichkeit und in den Medien falsch interpretiert werden und die WählerInnen könnten seinen lang geplanten Rückzug aus der Politik als ein Schuldeingeständnis werten. Deshalb blieb Schnoor noch bis 1995 Innenminster des Landes Nordrhein-Westfalen. Image ist eben alles.

Gladbeck ist ein Medienskandal, aber in erster Linie ein Polizeiskandal – zum Glück einer aus dem die Polizei, auch die des Landes Nordrhein-Westfalen, hoffentlich gelernt hat. Als im Juni 2000 ein Geisteskranker im luxemburgischen Wasserbillig in einem Kindergarten, 23 Kinder und 3 ErzieherInnen als Geiseln nahm, rief Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker seinen Freund, den damaligen NRW-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement an. Dieser schickte kurzerhand seine Jungs vom SEK Düsseldorf vorbei. Ohne anzugeben, was sie damit vorhätten, habe die Polizei die komplette Ausrüstung eines RTL-Fernsehteams beschlagnahmt. Die Polizei brauchte die Ausrüstung, um das nachzuholen, was sie bei den Geiselgangstern von Gladbeck versäumt hatte: Die Beendigung einer Geiselnahme durch eine finale Maßnahme, um viele unschuldige Menschenleben zu retten. Die Polizei hätte das schon 1988 tun sollen. Presseautos und Kamerawagen kurzerhand beschlagnahmen, um getarnt als Reporterteam gegen die Geiselnehmer vorgehen zu können, und Silke Bischoff, Emanuel di Giorgi und auch der tödlich verunglückte Polizist könnten heute noch leben.

©2007 by Anatol Wiecki, Medienhure – Das Medienmagazin: www.Medienhure.de

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39 Kommentare zu „Das Geiseldrama von Gladbeck: Medien. Mittäter. Mörder.“

  • Shiatsu sagt:

    Erst mal ein grosses Lob, ich beobachte diese Seite schon seit längerem und finde es toll dass nun jeder Kommentare schreiben kann, das wird die hier veröffentlichten, meist kritischen Berichte sicherlich bereichern. Vielleicht gibt es dann auch Nutzer die zu bestimmten Themen eine komplett konträre Meinung haben oder sinnvolle Inhaltliche Ergänzungen.

    Zum Artikel über die Geiselnahme in Gladbeck, fällt mir nichts weltbewegendes ein, ich war zu jung um das Ereignis mit zu erleben, doch bereits in meiner Jugend war es normal das man Bilder aus Amerika bekam wie Verbrecher auf der Flucht sind oder Polizisten im Einsatz gefilmt wurden. Auch der hier veröffentlichte Artikel
    TV-Luftkrieg über Phoenix: Autodieb droht Mordanklage? beschäftigt sich mit Medienvertretern auf der “Jagd nach Verbrechern” bzw deren Bilder, das hier beschriebene Gladbeckdrama war eventuell der Auftakt dieser modernen Form der Berichterstattung in Deutschland, Verbrechen live bringt auf jeden Fall Quoten.

  • monetera sagt:

    das war, wie auch die tschernobyl berichterstattung, ein einschneidendes erlebnis.
    mir war als hätt ich meine freundin verloren.
    seit wenigen jahren, wo mich die menschlichen gebaren nicht mehr interessieren,
    gibt es genug distanz zu solchen geschehen. gladbeck ist nur eine der vielen
    aufeinandereihenden geschehnisse, welche mich diesen schritt vollzogen lassen haben.

  • Schorsche Vellmar sagt:

    Das ist jetzt schon neunzehn Jahre her! Ich wundere mich über das noch reichlich vorhandene Interesse an dieser Geschichte. Als `Insider´ habe ich mich über einige
    Details des gesamten Einsatzes doch sehr gewundert. Der teilweise sehr unprofessionelle Einsatz war m. E. völlige Unerfahrenheit mit solchen `Lagen´.
    In Grundbergsee hätte die Anwesenheit von Rettungsmitteln das Leben eines Jugendlichen retten können. Ein unkoordinierter vorschneller Zugriff hat dann noch das Leben einer achtzehnjährigen gefordert, ausschließlich aus Imagegründen!
    Was mich interessieren würde, wie sind die Angehörigen damit zurechtgekommen?
    Was haben die Medien aus der Sache gelernt? Die heutige Berichterstattung ist ausschließlich der Quoten- und Markterfüllung gewidmet. Verdient haben sie alle, wer hat geholfen?

  • Frucht sagt:

    mich lässt dieses thema auch nicht los.
    aber ich giere hier nicht nach sensationen: wenn ich in den viedeos die augen von silke sehe, dann gefriert mir das herz!
    so sinnlos, warum können menschen so sein und zu so etwas fähig sein?
    da schämt man sich für deine eigene spezie!

  • obi sagt:

    Ich fragt mich wofür hab wir da GSG9 und können schnell Geiseldrama beende oder?

  • loddar maddäus sagt:

    Für solche Verbrecher sollte Deutschland ein neues Sibirien erbauen.Solche Menschen dürfen nie wieder in Freiheit gelangen und andere gefährden können.
    Nur leider wird in der heutigen Zeit der Täter zum Opfer gemacht, oder sie werden viel zu früh entlassen.
    Solche Bestien sollten erst zur eigenen Beerdigung entlassen werden dürfen.
    Und auch die Medienvertreter hätten damals bestraft werden müssen.Sie waren es, die die Geiseln noch stärker in gefahr gebracht haben.Und die Polizei, dein Freund und Helfer stand dabei und tat nichts dagegen.

    3 Unschuldige Menschen sind tot, aber was kümmert mich das, ” ich hab dafür jetzt ne geile Story “.

  • matt sagt:

    was geschah denn mit den polizisten die komplett versagt haben .eigentlich muessten die auch in den knast wegen beihilfe zum mord und unterlassene hilfe. deutscher rechtsstaat

  • Manuela sagt:

    Kaum zu Glauben, das dieses Drama schon 20 Jahre her ist! Mir kommt es vor, als sei es Gestern gewesen. Ich war damals 18 Jahre alt und hab alles im Fernsehen miterlebt. Das soetwas möglich war, kann ich bis heute nicht verstehen! Ich wünsche allen Hinterbliebenen viel Kraft!

  • Mosi Schorndorf sagt:

    Eine Geschichte die sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt hat. Wie etwa das Wunder von Lengede, das Olympia Attentat 1972, die Schleyer Entführung oder der 11.09.2001. Mir ging die Geschichte damals auch sehr nahe. Und bis heute noch.

  • Marinus sagt:

    Absurdes Theater und alle schauten zu. Es ist absolut verwunderlich, dass so was real passierte und die Fernsehnation war live dabei.
    Interviews mit Gangstern und Opfern, Klasse!
    Das Geiseldrama von ‚Gladbeck wird nicht ohne Grund „Schandstunde des Journalismus“ genannt.
    Eine Liveschaltung in den Tagesthemen zu Schauplatz des Verbrechens, hat es in dieser Form niemals zuvor gebeben.

  • M:siebertz sagt:

    Hallo ihr lieben was dahmals war war scheiße ich kenne Rösner Privat da ich auch mal im Knast war er ist ein Arschloch 1 Grades er hat mich immer im Knast mit einer scheere bedrot er soll nie mehr rauskommen

  • Vi sagt:

    Ich war zwar erst 3 Jahre alt, als dieses Drama geschah, aber seitdem ich das erste Mal bewusst von diesem Geiseldrama gehört habe, lässt mich die Geschichte einfach nicht mehr los. Arme Silke, sie tut mir so leid! Jedes Mal, wenn ich ihre Bilder sehe, sie reden höre treibt es mir die Tränen in die Augen. Was mussten sie und ihre Freundin alles durchmachen?! Einfach unfassbar… :’-(

  • Andy sagt:

    Es ist unglaublich wie locker die Polizei in Köln war,hab die Szenen live im Tv als Kind miterlebt am meisten tat mir Silke leid,ich währe vor Todesangst gestorben allein schon wenn ich eine Waffe an die Kehle kriegen würde von diesem assy Dekowski hoffe das die beiden genauso leiden müssen wie die damaligen Opfer über die Polizei kann man da nur sagen haben keinen richtigen Mut bei sowas einzugreifen z.B wenn Ausländer etc.auf der Straße scheiße bauen das lassen sie ja alles durchgehen aber wenn wir Deutschen mal scheiße bauen kriegen wir direkt eins drauf.
    Sowas ist einfach unglaublich,Rösner und Dekowski sollen ihr Leben dafür büßen was sie den Opfern angetan haben damit sie selbst mal sehen wie es ist angst zu haben der Polizei kann man nur Vorwürfe machen das sie nicht von Anfang an in die Sache ganz hart eingeschritten haben Silkes Freundin tut mir auch sehr leid das sie ihre Freundin für immer und ewig verloren hat mit 18.Jahren das muß man sich mal reinziehen was ich genauso unverschähmt fand das die Medien als die Gangster in Köln waren so mit denen umgingen als währens ihre Stammgäste wie in einer Gaststätte das sieht man doch genau,wenn jemand eine Waffe in der Hand hat das es sich um ein Verbrechen handelt echt man man man solchen Leuten die da net den Mum hatten was zu unternehmen könnte ich std.lang in die Fresse hauen hab damals selbst im TV gesehen das Polizei etc da waren,warum haben die net direkt zugegriffen gut es währe viell.ein Blutbad auf unschuldige Menschen entstanden aber trotzdem sowas ist einfach nicht zu begreifen…Rösner und Dekowski hoffentlich verrotet ihr in der Zelle klingt zwar hart aber währe ich Richter ich würde euch niemals mehr Freiheit gewehren was ihr den Menschen angetan habt ist nicht zu verzeihen.Denkt mal drüber nach:-(

  • Plasmid sagt:

    Die undurchdachten und absolut unprofessionell getroffenen Entscheidungen der verantwortlichen auf Seiten der Polizei NRW wurden anscheinend schneller getroffen als eine Kugel abgefeuert werden kann.

    Ein Opfer ist dem Staat sowieso egal, nur beim Täter muß alles erdenkliche getan werden um ihn zu resozialisieren.

    Für den Tod von Emanuel und Silke sind die Geiselnehmer als alleinige Täter in der Form nicht verantwortlich zu machen.

    An dieser Stelle sollten damalige Verantwortliche der entsprechenden Nachrichtensender, sowie auch Verantwortliche der Polizei NRW ebenfalls hohe Haftstrafen ohne Bewährung bekommen.

    Leider ist es in diesem beschissenen Staat allerdings so, das manche eben gleicher sind als andere vor unserem unglaublich tollen Grundgesetz.

  • KLAUS sagt:

    Beschämend ist der Verlauf dieses Geiseldramas.Ein Fehler reihte sich an den nächsten und junge mutige Menschen mussten das Fehlverhalten der Beamten und der Kölner Leitstelle mit Ihrem Leben bezahlen.Emanuele di Giorgi und Silke Bischoff könnten noch leben wenn die Beamten früher zugegriffen hätten.wäre der gekapperte Bus direkt in die Niederlande gefahren,hätte es sicherlich keine toten Geiseln gegeben.

  • Eichwälder sagt:

    Klaus ich gebe Dir vollkommen recht,auch ich habe es nie verstanden das die Polizei es nicht schneller durch gezielte Schüsse beendet hat.

  • achim sagt:

    also wenn der eine mit seiner freundin zwischendurch einkaufen und der andere die geiseln für wenige minuten im auto alleine sitzen lassen konnte weil er pinkeln musste und die polizei es selbst dann nicht auf die reihe bekommen hat das ding zu beenden,dann hätten die lieber im bett bleiben sollen!!! wieviele gute möglichkeiten brauchten die denn noch?die haben ihren beruf verfehlt nichts anderes!

  • Manfred sagt:

    Zitat:

    matt schrieb am 8. Juli 2008 um 13:16 Uhr: was geschah denn mit den polizisten die komplett versagt haben .eigentlich muessten die auch in den knast wegen beihilfe zum mord und unterlassene hilfe. deutscher rechtsstaat

    Manfred

    vergiß nicht die Waffenhersteller, die Arbeiter, die die Bank gebaut haben,
    das Auto, die Straßen und die Eltern der Todesopfer, hätten die Ihre Kinder
    nicht in die Welt gesetzt, hätte man sie nicht erschiessen können…

    Was ich damit sagen möchte, wir alle sind daran schuld, daß sich solche
    Gewalttaten immer wieder ereignen werden, weil wir eine Gesellschaft
    akzeptieren die bis an die Zähne bewaffnet ist aber noch denkt und handelt
    wie der Struppi vor 2 Millionen Jahren.

    Ich wünsche einen schönen Tag noch.

  • Sadboy sagt:

    Das Verhalten der Polizei ist absolut nicht nachvollziehbar, es sei denn man stellt eine Mischung aus Überraschung, Angst, Schwäche und, ja auch Faszination auf Seiten der Polizei in Rechnung. Nur, warum brauchen wir dann überhaupt eine Polizei? Vielleicht, um linke Demonstranten zu verfolgen oder den Verkehr zu regeln? Nein, gerade in einer solchen Situation brauchen wir Sie. Die Presseleute waren zwar vorlaut und sensationsgeil, aber sie waren viel mutiger als die Polizisten. Das nach schier ewiger Untätigkeit 2 Menschen aufgrund von hektischen Aktionismen dann starben, ist doppelt traurig, ja erschütternd. Der Herr Röbel hätte eine hohe Haftstrafe wegen Beteiligung an der Geiselnahme verdient, einige Innenminister und Polizeichefs sofort Ihre Jobs verlieren müssen und besonders widerlich finde ich solche ekelerregenden Bandnamen wie “Silke Bischoff”. Das ist so pietätlos, dass es strafbar sein sollte. Wer sich diese Revolverpresse a la Express kauft, braucht sich auch nicht unschuldig zu fühlen. Wegen solchen sensationslüsternen Menschen werden ähnliche Szenen wie in Köln auch in Zukunft kaum zu vermeiden sein.

  • Seddig sagt:

    Eben lief die Dokumentation zu diesem Verbechen im WDR. Mir stockt wieder das Blut in den Adern. Und es sind auch die Verhaltensmuster aller Beteiligten, die dieses scheckliche Gefühl bei mir bewirken. Das eigentliche Verbrechen droht dabei zur Nebensache zu werden. Unvorstellbar und zugleich doch wahrnehmbar. Und dann meine zweite Wahrnehmung: Wenig zu sehen vom edlen, ethisch hochmotivierten Pressemann und (jedenfalls für mich) auch keine Spur vom mutigen selbstlosen Polizisten. Auch in der WDR-Dokumentation wurde es geradezu deutlich ausgesprochen: Mutige Presseleute bemühten sich (teils skrupellos) um ihren Eigennutz und die zurückhaltend agierende Polizei war anscheinend stets umfassende um die Eigensicherung bemüht, bis hin zu den Schüssen vor dem Zugriff…

  • Ines G. sagt:

    Ich muß ehrlich gestehen das ich damals von diesem Drama nicht viel mitbekommen habe da ich erst 7 Jahre alt war, da ich mich aber mit diesem Thema beschäftigt habe und gerade die Dokumentation auf WDR angesehen habe bin ich schockiert. Ich habe mir zwar schon mal Berichte durchgelesen, da ich mich dafür interessiert habe warum das nach so vielen Jahren immer noch im Gespräch ist, das mir das aber so nah geht hätte ich nicht gedacht. Vor allem drängt sich bei mir eine zentrale Frage auf : Wurde Silke wirklich von Rösner erschossen? Es wurde so oft auf das Auto geschossen das Sie auf gar keinen Fall nur von einer Kugel getroffen worden sein kann und dann soll ausgerechnet der jenige der Mörder sein der genau vor ihr saß??? Versteht mich nicht falsch, ich möchte die zwei Psychopathen hier nicht in Schutz nehmen, nur die Frage wurde mir bis jetzt noch nicht beantwortet. Was mich an der ganzen Sache aber am meisten entsetzt ist das Degowski einen Gnadenersuch gestellt hat und dieser wirklich geprüft wird….der soll nie wieder raus kommen, beide nicht. Mir tut vor allem die Mutter von Silke leid, so früh sollte man sein Kind nicht verlieren und erst recht nicht unter solchen Umständen.

  • Andrea sagt:

    Ich wohne in Gladbeck und habe das alles mitbekommen…..echt traurig das es soweit kommen mußte….schade um die beiden jungen Menschen die ihr Leben lassen mussten……Mehr Fehler wie bei diesen Drama hätte seitens der Polizei nicht gemacht werden können…mein Mitgefühl spreche ich auch nach 20 Jahren den Angehörigen,sowie Ines Voitle aus.Ich wünsche ihnen viel Kraft das alles auch nach 20 Jahren zu verkraften. Gruß Andrea

  • Seddig sagt:

    Hallo Andrea, danke für Ihren Artikel im Forum. Es ist genau das, was letztlich wichtig ist. Den Angehörigen der fahrlässig geopferten Frau Bischoff und der Frau Voitle gilt auch heute noch das Mitgefühl und alle guten Wünsche von uns, ich denke von der gesamten informierten Bevölkerung. — Ich schäme mich, das in meinem Beitrag vergessen zu haben.

  • Oliver sagt:

    Schlimme Sache die Geiselnahme in Gladbeck!! Das Problem das meiner Meinung auch noch Heute besteht, ist das unendlich lange Verhandeln und abwarten der Polizei bis es zu einem Zugriff auf den oder die Täter kommt!! Das Gesetz der Notwehr das den Polizisten hier auferlegt wird lässt meines Erachtens die ganze Sache ganz schnell eskalieren!! Um es ganz deutlich zum Ausdruck zu bringen: In so einem Fall wie er sich in Gladbeck zugetragen hat, sind bei der erstbesten sich bietenden Gelegenheit ohne langes Verhandeln solche Kriminellen Objekte sofort zu Töten!! Das erspart Uns Steuerzahler viel Geld, da wir solche Verbrecher nicht noch im Knast durchfüttern müssen!!!! Mein Grösstes Mitgefühl allen betroffenen Angehörigen!!

  • Filmtipps24 sagt:

    Ich habe mir die Doku auch angeschaut. Ich hätte nicht gedacht das so viel Inkompetenz bei der deutschen Polizei möglich wäre.

    Auch die Mienug des Innenministers war reiner Hohn für die Opfer. Erst die Holländischen Kollegen haben meiner Meinung nach, vernünftig geahndelt.
    Ich glaube nicht, dass die Silke durch Schüsse der Täter getötet wurde, eher von den Bullen.

  • alex sagt:

    hallo!!!

    auch ich war zu jung, um damals, im jahre´88 davon etwas mitbekommen zu haben… doch erstmals hörte ich davon, als ich 2005 während meiner ausbildung zur ks, kurzweilig die großmutter von einem der beiden täter gepflegt habe… durch einen dummen zufall kam das thema damals auf und die betagte dame erzählte mir von ihrem enkelsohn! (…)

    ich werde nie vergessen, als sie sagte:” hoffentlich kommt er nie wieder raus…!” – und ich vermute, sie hatte recht…??!!!!

  • Eichwälder sagt:

    Hallo Alex bist du dir da sicher .Werwar denn die alte Dame,sorry kann ich nicht glauben.

  • Hurricane sagt:

    Niemals glaube ich das, das die arme Silke Bischoff durch die Waffe des Gangsters Rösner gestorben ist. Verantwortlich für ihren Tod sind wohl die beiden Verbrecher, jedoch denke ich, daß Sie von den 60 Kugeln der Polizei getroffen wurde.
    Umsomehr betroffen macht es mich, wenn man mit ansehen muß, wie hinterhältige, hinterlistige, durchtriebene und sensationsgeile Journalisten, die sich als Menschen verkleiden, so dermassen die ohnehin durch und durch miserable Polizeiarbeit stören, und sich so mitverantwortlich für dieses Verbrechen machen.
    2 Verrückte sind unterwegs, und die Medien machen sich zu Komplizen..
    Erbärmlich..

  • MacMan sagt:

    Man hätte die beiden einfach ziehen lassen sollen – Dann wäre nichts passiert! Nicht Rösners Kugel tötete Silke sondern die 60 Schüsse der Doofizei!!!! So schauts aus!!!

  • Vivian sagt:

    Weiss eigentlich irgendwer, was aus Silkes hinterbliebenen Freund geworden ist?
    Ich frage deshalb, weil ich nie Silkes Jahrgang war und so nichts von dem Geiseldrama mitbekam, aber dennoch vor 10 Jahren eine unheimliche Begegnung hatte, womit dieser Fall in Verbindung stand.

  • Uwe sagt:

    20 Jahre ist es nun heute her… Mir kommt es im Grunde noch ganz nah vor, besonders wenn ich diese Bilder sehe oder die grauenhaften Interviews höre… Silke war etwa in meinem Alter damals – nächsten Monat würde sie 39 Jahre alt werden. Dieser Fall hat mich seit 1988 nie ganz losgelassen; wie oft habe ich daran gedacht in der ganzen Zeit.
    Auch ich möchte am heutigen Tag mein ganzes Mitgefühl der Mutter von Silke, und auch ihrer Großmutter aussprechen, sofern sie noch lebt.
    Eine Sache, die mich besonders gefreut hat, ist die Tatsache, dass Tatjana di Giorgi in Italien wieder glücklich geworden ist durch ihren Mann und ihre Kinder!
    Und zu Ines Falk möchte ich sagen: Du bist eine ganz tolle Freundin für Silke gewesen. Ich wünschte, ihr würdet heute zusammensitzen können, mit euren Kindern, vielleicht auch manchmal über diese schrecklichen Stunden reden…..
    Leider ist es aber anders gekommen, Menschen unwiederbringlich aus dem Leben gerissen.

    WARUM?

  • masterandcommander sagt:

    In Gedenken an Emanuele di Georgi…..und Silke Bischoff……..
    Ich habe damals alles miterlebt und es ist heute wieder aufgewühlt worden…..
    Als ich die Bilder wieder gesehen habe ,dachte ich mir ,das kann doch alles nicht wahr sein…..die Unfähigkeit der Polizei….die Geilheit der Presse und Medien……
    Wenn es nach mir ginge würde ich eine Stiftung in die Welt rufen aus deren Einnahmen die Bestrafung Degowskis und Rößners im Knast finanziert werden……jeder Mithäftling könnte sich etwas verdienen…..
    Auch die Freundin Löblich die ach so tablettensüchtig ist…..sollte sich ihrer Kaltblütigkeit heute noch bewußt werden…..
    Du Unmensch sehe noch mal in Silkes Augen…….Sehe die Augen des Jungen und sage noch einmal es war die Schuld anderer….
    Ich sage nur eins….wenn es mein Junge gewesen wäre….ich würde dich heute finden in Magdeburg…….und du würdest um dein abgef….(das schreibe ich nicht) winseln……
    Auch wenn alle Fehler gemacht haben,es waren nicht die Initiatoren….der Auslöser ward ihr……
    IHR ward die Schuldigen………..ohne euch wäre es niemals passiert……
    Gerade deine Mittäterschaft und deine heutige Freiheit belasten mich sehr…..
    Du hast das leben eines Kindes mit auf dem Gewissen……und ich höre immer noch die Worte aus dem Interview das alle anderen schuld sind……..
    Dafür könnte ich dir…..ich sage es wieder nicht …..weil man dafür in Deutschland belangt werden kann…
    Du kannst eher ein Kindestod rechtfertigen als 80 Euro dem Staat vorzuenthalten…..
    Wenn ich dich treffe nehme ich gerne 2 Jahre wegen Körperverletzung……verlasse dich drauf…..
    Als Mann der Frau…….wer bist du?????(ich schreibe dich absichtlich klein)
    Schade das es nicht kleiner geht……wer kann damit leben das seine frau einen mord respektiert und anderen zuschreibt????den MORD an einem Kind…????
    dich würde ich auch mal gerne treffen…..
    Und noch mal allgemein….armer deutscher staat und gesetzgebung……….auch wieder klein……
    ich…natürlich nicht ich alleine….bezahlen die versorgung dieser menschen….
    es sollten viele mal nachdenken…..
    ich trauere um 2 MENSCHEN…(die anderen haben das wort nicht verdient)
    sehe immer noch die Augen….und dieser junge Nann der seine Schwester beschütz hat, ist mehr wert als jeder Polizist der sich nicht getraut hat zu tauschen…….
    es tut mir nicht leid……..eure Feigheit kotzt mich an…..
    wie kann man so die Hose voll haben……?????????
    wärt ihr doch Dachdecker geworden……..dann hättet ihr das Problem nicht…….
    und ich bin noch lange nicht fertig wenn jemand will

    ich denke an die 2 toten und deren Familien…..
    die Zeit heilt nicht alle Wunden….und ich verstehe euch….

  • Mosi Schorndorf sagt:

    Hallo Alex,

    bist Du Dir sicher, dass es sich nicht etwa um eine Mutter oder Tante handelte ? Schließlich sind die Täter 1956 und 1957 geboren.

    Hallo Vivian,

    möchtest Du die unheimliche Begegnung nicht kurz umreissen ?

    P.S.: Der beim Einsatz tötlich verunglückte Autobahnpolizist INGO HAGEN wird bei vielen Berichten über das Gladbecker Geiseldrama nicht erwähnt. Nicht so jedoch beim Spiegel TV Beitrag auf VOX am 16.08.08. Danke dafür.

    Was mir persönlich total auf den Sack geht ist die Tatsache das Journalisten wie Hans Meiser, Udo Röbel oder Frank Plasberg durch diese Geschichte fast schon einen Karriereschub hatten. Gelte in unserem Land wirklich der Grundsatz ” hart aber fair ” wäre dem nicht so.

    Liebe Grüße aus Schorndorf

  • ladysky sagt:

    Alex, du schwindelst. …unmöglich, find ich das! Das Drama ist schon schlimm genug. Da braucht es bestimmt nicht noch Wichtigtuerinnen, wie dich! Denk mal drüber nach!

  • Vivian sagt:

    Hallo Mosi,

    ich möchte kurz mal auf meine unheimliche Begegnung eingehen.
    Zuerst möchte ich sagen, dass ich gebürtige Bremerin bin, habe aber von dem Geiseldrama damals nichts mitbekommen, da ich erst 1981 geboren wurde.
    Ende der Neunziger habe ich in Bremen Arsten gewohnt und wollte mit meinem Cousin Mike in die Innenstadt. Also stiegen wir in die S-Bahn. Als die Strassenbahn Huckelriede hielt, stieg plötzlich ein Mann ca. im Alter von 30 Jahren ein.
    Er lief erst in der Bahn hin- und her, bis er sich schräg gegenüber von mir hinsetzte und meinte, er würde allen hier die Augen ausschiessen. Dann meinte er, er wäre jetzt erst aus der Psychatrie entlassen wurden, da er den Tod von Silke Bischoff nicht ertragen würde. Dann wandte er sich zu mir und fragte: “Kennst du Silke Bischoff?- Nein, kennst du nicht, denn du bist nicht ihr Jahrgang” Ich wandte mich zu meinem Cousin und fragte ihn leise “Silke Bischoff- ist das nicht eine Gothic Band?” Mein Cousin hatte mir schnell zu verstehen gegeben, um was es sich eigentlich dreht. Er erzählte mir, dass sein damaliger Klassenkamerad bei einem Geiseldrama ums Leben kam und eben noch ein Mädchen…die Silke. Der Typ hingegen schien sich nicht zu beruhigen, er spuckte sich in seine Hände und rieb sich den Speichel ins Gesicht. Mittlerweile hatte er auch andere Leute bedroht, ich möchte klarstellen, er hatte sichtbar keine Waffe getragen, aber ich hatte dennoch tierisch Angst. Erst dieses Jahr sah ich Aufnahmen von dem Geiseldrama im Fernsehen und konnte mir ein erstes Bild machen. Diese Begegnung liegt jetzt ca. zehn Jahre zurück und nun meine Frage War es wirklich der Freund von Silke?

  • Mosi Schorndorf sagt:

    Hallo Vivian,

    das von Dir geschilderte Erlebnis ist wirklich gruselig und bizarr. Doch kann ich Dir bei der Klärung Deiner Frage nicht weiterhelfen, weil ich aus Ba.-Wttbg. komme und absolut keinen persönlichen Bezug nach Bremen habe.

    Mach es gut und Gruß von Jürgen

  • Mosi Schorndorf sagt:

    Am 24.10.08 war Marion Löblich ( jetzt Bauer) in der SWR 3 Talkshow -Nachtcafe- bei Wieland Backes zu Gast und hat herumgejammert wie sie das alles bedauert und wie sie damals bloß weg wollte und wollte das alles doch bloß zu Ende wäre. Und das die Waffe welche sie in der Hand hatte doch gar nicht geladen gewesen wäre und lauter so Zeugs. Wenn man die Bilder von damals sieht bekommt man jedoch einen anderen Eindruck. Sie wohnt heute in Magdeburg und ihre grösste Sorge ist es in Bewerbungslebensläufen ihre 6 Jahre Haft zu erklären. Und ihre Angst beim Einkaufen von Passanten erkannt und betuschelt zu werden.

  • Orangina sagt:

    Sehr tragisch, was am 17. (Todestag) & 18. August (Todestag) 1988 passierte.
    Die beiden Verbrecher und Vollid***** hatten bereits das Geld aus dem Banküberfall.
    Die feigen Presseleute bereiteten ihnen eine prima Bühne. Besonders schuldig die, die die Gangster und ihren Bus nach Holland verfolgten, Polizei spielen zu wollen, ohne an die fatalen Folgen zu denken. Die Polizei in Gladbeck, in Bremen und in Köln war total unfähig. Degowski und Rösner beide Schwerverbrecher und Vollid*****! Sie hatten ja bereits das Geld aus dem Banküberfall, anstelle der Geiselnahme in Bremen hätte jeder strategische Bankräuber versucht, zu verduften. Die beiden Vollid***** aber wollten – unterstützt von der reisserischen, hautnahen Berichterstattung der Medien -”mit der Polizei verhandeln und Forderungen stellen”. Ich befürchtete damals sehr, dass das nicht gut enden konnte. Die Polizei liess viele Möglichkeiten ungenutzt, und als die Vollid***** (Degowski und Rösner) wieder über Bremen und die Niederlande nach NRW(!) zurückkehrten, sah sich die NRW-Polizei genötigt, einzugreifen. Tragischerweise zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Man wollte um jeden Preis eingreifen, bevor die Vollid***** die Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz überqueren konnten. Politisches Prestige zählte mehr als Menschenleben. Die Opfer und alle ihre Angehörigen tun mir sehr leid. — Degowski und Rösner sollten das Gefängnis niemals mehr verlassen. Rösner erhielt vor diesem Verbrechen Hafturlaub, aus dem er nicht zurückkehrte, so konnte ´Gladbeck´ erst möglich werden. Ich hoffe, beide werden in ihren Zellen sterben.

  • Tom sagt:

    Hallo, Ihr habt alle Recht. Ich war damals 19 Jahre alt als Elite ” Scharfschütze”
    auf Degowski un Rösner angesezt.

    Es tut mir heute mit 40 Jahren weh was damals passiwert ist.
    Mir gehen die Bilder nicht saus dem Kopf.
    Als Scharfschütze hätte ich zig mal einen Final Schuss setzen können, wobei keine privaten Leute zu Schaden gekommen wären, ….. Es tut mir so leid, das Silke und der Zwerg Ihr leben verloren haben, wenn ich heute nochmals in so eine Scheisse kommen würde, können mich irgendwelche Vorgestzte, Beamte, Bürgermeister am “Arsch Lecken”….. Für mich zählt das Leben……

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