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Archiv für die 'Medien' Kategorie

Steffen Seibert wechselt vom ZDF zur Bundesregierung

Erstellt von AW am 10. Juli 2010

“Wir bedauern, dass Steffen Seibert seine Perspektive nicht im Journalismus gesehen hat. Er nimmt die bundesweite Bekanntheit, die er auf dem Schirm als Moderator von heute und heute-journal erworben hat, und die damit verbundene Kompetenz und Glaubwürdigkeit mit in seine neue Aufgabe. Wir haben ihn als professionellen, engagierten Kollegen sehr geschätzt und wünschen ihm für seine neue Tätigkeit viel Erfolg.”, bedauerte ZDF-Chefredakteur Peter Frey den Weggang von Steffen Seibert, der ab dem 11. August 2010 neuer Regierungssprecher von Angela Merkel wird. Damit steht der bisherige Moderator der ZDF-Nachrichtenformate (heute, heute journal) künftig im Rang eines Staatssekretärs der Bundesregierung. Eine gute Wahl der Bundeskanzlerin. Seibert hat auch eine wunderschöne Telefonstimme.

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Gravenreuth oder Kai Diekmann? taz.de nun doch platt gemacht - die tageszeitung seit Donnerstag, 23.33 Uhr, nicht mehr online

Erstellt von AW am 26. März 2010

[Update/Hinweis: taz.de ist seit Freitag (26.03.2010], ca. 11.15 Uhr, wieder online.]

Wie Medienhure.de aus gut informierten Kreisen erfahren hat, ist die Internetseite der in Berlin erscheinenden alternativen Zeitung “die tageszeitung” seit Donnerstag, 23.33 Uhr, lahmgelegt. Die “taz” selbst kennt die Gründe noch nicht. Was meinen Sie, wer steckt dahinter? Hat Rechtsanwalt von Gravenreuth, der sich wegen der fragwürdigen Pfändung der Domain taz.de vor Gericht verantworten musste, postum nun doch noch zugeschlagen oder war es - nach www.kai-diekmann.de - die zweite Guerilla-Aktion von Kai Diekmann? Aber der Chefredakteur der “BILD”-Zeitung, Kai Diekmann, wird es wohl nicht gewesen sein, da er mit seinem neuen gelungenen selbstironischen Internetauftritt die “taz” und ihren Rechtsanwalt Johny E. regelrecht vorgeführt hat. Diekmann macht es Johny E. nun leicht. Während sich Johny E. früher in seinem Büro den Kopf zerbrechen musste, welche Begründung er für Anträge auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen Diekmann schreibt, hält Diekmann nun für jedermann, der einen solchen Antrag bei der Pressekammer stellen möchte, ein Formular auf seiner Internetseite bereit. Dort kann man als Begründung beispielsweise folgendes angeben:

“Wenn ich Kai Diekmann beleidige, heißt das noch lange nicht, dass er gemein zu mir sein darf.”

oder “Ich bin traurig (und meine Frau auch.)”

Falls dies für Rechtsanwalt E., laut einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung nannte ihn ein Richter am Landgericht schon mal “Psycho-Johny”, als Begründung nicht substantiiert genug sein sollte, so hat der von der “taz” als “Sudel-Kai” bezeichnete noch Extrazeilen für eine “weitere Begründung” reserviert. Übrigens, nicht alle halten Rechtsawalt E. für einen “Psycho”. Eine Rechtsanwältin war charmanter, sie sagte über den von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” als “Nervensäge” bezeichneten Rechtsanwalt: “Allein seine Stimme ist Körperverletzung”. Nun ja, habt Mitleid mit ihm, obwohl seine Kanzlei am Görlitzer Park liegt, hat er aus seinem zum Hinterhof gelegenen Büro keinen Ausblick auf den Görlitzer Park. Aus seinem Büro kann man nur auf den tristen Hinterhof schauen, weshalb er wohl zuweilen Leute, die zu ihn kommen wollen, direkt an der Tür pöbelnd begrüsst. Sein Kollege K., mit dem er die Anwaltskanzlei betreibt, ist da wesentlich angenehmer. Zuletzt, so hört man, hat Johny E. von “Sudel-Kai” Schmerzengeld wegen der Veröffentlichung von Fotos erfolgreich eingeklagt. Das Urteil ist angeblich noch nicht rechtskräftig. Das wird Johny E. dann auch interessieren:  http://209.85.129.132/search?q=cache:0ArTh_6rCYkJ:www.buskeismus.de/texte.html

Ihre Meinung ist gefragt!

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Fall Madeleine: PR-Manager von Gerry und Kate McCann legt Regierungsamt nieder

Erstellt von AW am 18. September 2007

Clarence Mitchell, der als Regierungsdirektor für die Eltern der seit dem 3. Mai 2007 verschwundenen Madeleine McCann alle wichtigen Termine bei Prominenten aus Politik, Showbiz und Kultur einfädelte, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Regierungsdirektor des MMU, einer Abteilung des Presseamts der Londoner Regierung, zurückgetreten. Mitchell hatte im Kriminalfall der vermissten Madeleine zugunsten der Eltern, Gerry und Kate McCann, eine einseitige Medienkampagne mit Hilfe von zahlreichen Regierungsstellen (wie schon im Juni 2007 berichtet) geführt. Nun will Clarence Mitchell die neue Kampagne von Gerry und Kate McCann als privater PR-Berater fortführen.

Clarence Mitchell sagte, die Eltern von Maddie seien “unschuldige Opfer eines gemeinen Verbrechens”. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, habe er sein Amt als Direktor des MMU mit sofortiger Wirkung aufgegeben, teilte der frühere BBC-Reporter vor dem Haus der McCanns in der mittelenglischen Ortschaft Rothley mit. Mitchell, der bisher Regierungs-PR für die Londoner Regierung betrieb, bezeichnete die Vorwürfe gegen die Eltern als „irrsinnig“. Er habe an der Unschuld der Eltern von Madeleine McCann keine Zweifel, ergänzte der ehemalige PR-Manager der Regierung.

In der Tat dürfte Clarence Mitchell der letzte sein, der zu zweifeln beginnt. Denn von der Schuld oder Unschuld hängt nicht nur seine zukünftige Karriere, sondern auch der Ruf des gesamten Presseamts der britischen Regierung ab. Denn Clarence Mitchell fädelte als Regierungsdirektor für die Eltern von Maddie alle wichtigen Termine bei Prominenten aus Politik, Showbiz und Kultur ein. Nur durch ihn, durch Clarence Mitchell, dem Regierungssprecher, erhielten Gerry und Kate McCann sogar eine Audienz beim Papst. Was bleibt Clarence Mitchell da anders übrig, als die Verdachtsmomente gegen die Eltern als „irrsinnig“ zu bezeichnen. Denn wenn es nicht so wäre, wäre die von ihm gesteuerte Regierungskampagne nicht mehr begreiflich zu machen.

©2007 by Anatol Wiecki, Medienhure - Das Medienmagazin: www.Medienhure.de

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Maddiegate?

Erstellt von AW am 11. September 2007

Gewiss, im Fall der verschwundenen Maddie McCann machen momentan nicht viele Fakten, sondern Gerüchte die Runde. Eine Meldung wird von der nächsten überholt oder sogar von einer Meldung über eine Meldung bezüglich der Meldung einer anderen Meldung. So vermeldete um 12.04 Uhr schließlich die Deutsche Presse Agentur (dpa), die angesehene portugiesische Zeitung «Público» berichte, die dortigen Ermittlungsbehörden würden den Eltern, Gerry und Kate McCann, zur Last legen, „lediglich […] die Leiche ihrer vierjährigen Tochter verborgen zu haben“. Fast alle wichtigen Sender und Onlinemedien übernahmen diese Meldung oder berichten nun über eine dpa-Meldung, die über einen Bericht in einer portugiesischen Zeitung berichtet, die über mögliche neue Spuren spekuliert.

Stopp! Wie lautete die Meldung?

„Wie die Zeitung «Público» berichtete, werfen die Ermittler den Eltern Kate und Gerry McCann lediglich vor, die Leiche ihrer vierjährigen Tochter verborgen zu haben.“ (dpa, 11.09.2007, 12.04 Uhr)

Im Mai 2007 stellte die Blair-Regierung zunächst die Regierungssprecherin Sheree Dodd für die Pressebetreuung der Eltern der vermissten Maddie ab. Die Pressefrau im Regierungsauftrag reiste nach Portugal, um vor Ort die Ziele abzustecken. Schließlich wurde sie schon nach zwei Wochen durch Clarence Mitchell, einen ehemaligen Reporter der BBC, abgelöst.

Die Eltern wollten eigentlich in Praia da Luz bleiben, solange bis ihre nach ihren eigenen Angaben entführte Tochter Madeleine, die alle Welt mittlerweile Maddie nennt, wieder auftaucht. Doch Clarence Mitchell, zu dessen Aufgabe es auch weiter unter Premierminister Gordon Brown als Direktor der Regierungsbehörde MMU gehört, Nachrichten im Sinne der britischen Staatsmacht zu verpacken, überredete die Eltern zu der aufmerksamkeitserzielenden Welttournee. Fortan wurde die zum Tatzeitpunkt dreijährige Maddie als ein Werkzeug von der britischen Regierung benutzt.

Letztendlich wurden auch die medial unerfahrenen Eltern mißbraucht. Gut, sie sind Ärzte. Aber Mediziner sind Mediziner und keine Medienexperten, die langfristige Folgen hätten besser abschätzen können. Aber der noch von der früheren Tony Blair-Regierung beauftragte Clarence Mitchell dürfte als ehemaliger BBC-Reporter nur allzugut gewusst haben, was auf die Eltern der kleinen Maddie - was auch immer mit ihr geschehen sein mag – in Folge der öffentlichkeitswirksamen Medienkampagne, zu der er die Eltern überredete, noch zukommen könnte.

Viele selbsternannte Hobbypsychologen stellen die Eltern nun gerne als mediengeile Monster dar. Aber darf man ihnen soetwas unterstellen, bevor man sich versucht empathisch in Gerry und Kate McCann hineinzuversetzen?

Irgendwann im Mai 2007 wird es bei den McCanns geklingelt haben und da stand dann plötzlich jemand von der eigenen Regierung, der ihnen Hoffnung machte, ihnen erzählte, sie könnten ihre verschwundene Tochter mit Hilfe einer Reise durch die Welt wiederfinden. Denn irgendwo, musste Madeleine doch sein. Irgendwo auf dieser Welt?!

Wenn es die Entführung wirklich gab, dann macht das alles Sinn. Dann wären sie wirklich verzweifelt gewesen. Und sind verzweifelte Menschen in scheinbar aussichtslosen Situationen am Ende des Lichts, nicht bereit womöglich alles zu tun? Alles zu tun, um ihre kleine geliebte Maddie wiederzubekommen? Sie in ihren Armen zu halten?

An dieser Vorgeschichte ändern auch nichts die kursierenden Spekulationen über die sichergestellten DNS-Spuren im Kofferraum eines Renault Scenic, die angeblich von der kleinen Maddie stammen sollen, obgleich die Eltern des Mädchens den fraglichen Wagen erst 25 Tage nach dem Verschwinden ihrer Tochter angemietet hatten. Denn abgesehen davon, dass auch schon wieder die nächste Meldung über ein Dementi durchs Internet grassiert, wonach die portugiesische Polizei bestreiten würde, das das Labor in Birmingham eine hundertprozentige Übereinstimmung mit der DNS von Madeleine festgestellt habe, wären gefundene DNS-Spuren in dem Mietwagen, auch wenn dieser erst 25 Tage nach der Tat angemietet worden war, kein Beweis für irgendeine Schuld der Eltern.

Zum einen könnten die DNS-Spuren, soweit es welche gibt, von Textilien oder sogar von der Plüschkatze, die Kate McCann immer bis letzte Woche in Händen hielt, stammen. Zum anderen, dem dürfte noch eine viel wichtigere Bedeutung zukommen, gibt es aber auch noch die Zwillinge Sean und Amelie, die das gleiche Erbgut in sich tragen und damit auch die gleichen DNS-Spuren in 15 bis zu 20 relevanten Merkmalen hinterlassen, wie der Gerichtsmediziner Professor David Barclay anmerkte.

Schuldig oder Unschuldig?

Die von der britischen Regierung eingefädelte PR-Kampagne hat aus einem vermissten Kind einen Kultstar gemacht. Was würde eigentlich passieren, wenn sie tatsächlich a’ la Natascha Kampusch plötzlich wieder auftauchen würde? Ein normales Leben für Maddie wäre doch undenkbar. Und die Eltern? Sie machte der von PR-Profis der Regierung geführte bombastische Medienfeldzug zu Stars, die wie alle großen Stars, eine Riesenfangemeinde, aber auch eine ebenso große Hassgemeinde haben. War es nicht der Wunsch ihr eigenes Kind wieder lebendig in Armen zu halten, warum Gerry und Kate McCann dem Vorschlag von Clarence Mitchell zustimmte?

Die Frage, ob die Eltern an dem Schicksal ihrer Tochter Madeleine McCann, was auch immer an jenem verhängnisvollen 3. Mai 2007 in der Wohnung 5-A im Erdgeschoss des „Ocean Club“ in Praia da Luz, wo Kate und Gerry McCann zusammen mit ihren drei Kindern eine Ferienwohnung bewohnten, geschehen sein mag, wird die Weltpresse wahrscheinlich durch wilde Spekulationen im Minutentakt sicherlich niemals klären können.

Für Gerry und Kate McCann ist die Frage nach Schuld oder Unschuld eine persönliche Angelegenheit. Und wenn sie nichts mit dem Verschwinden von Maddie zu tun haben, dann würde man dies normalerweise unter „tragisches Einzelschicksal“ verbuchen. Aber für die Weltöffentlichkeit verbirgt sich nach dieser beispiellosen PR-Kampagne hinter der Klärung dieser quälenden Überlegung, die Frage, ob Menschen wirklich so kaltblütig sein können, zuerst ihre Tochter fahrlässig durch eine Überdosis, wie von der portugiesischen Polizei unterstellt, zu töten, um danach das Mitgefühl von Millionen Menschen zu mißbrauchen.

Zur Zeit kann niemand beurteilen, ob Gerry und Kate McCann schuldig oder unschuldig sind, ob die als überzeugte Katholiken präsentierten Eltern den Papst hintergangen haben, ob sie David Beckham und die Harry Potter-Autorin J.K. Rowling und die halbe Welt betrogen haben. Aber eines steht schon jetzt fest, nämlich wer die Eltern von Maddie durch seine Öffentlichkeitskampagne in ihre jetzige mißliche Situation gebracht hat. Denn all den Anfeindungen wären sie doch nicht ausgesetzt worden, wenn sie tatsächlich in Praia da Luz auf die Rückker von Maddie gewartet hätten, sondern dies ist erst dadurch verursacht worden, weil die Regierung von Tony Blair plötzlich auf die Idee kam, den Fall Madeleine für sich medial zu nutzen.

Warum nur? Warum ausgerechnet dieser Fall? Warum hat sich um die anderen 1200 Kinder, die auf der britischen Insel spurlos verschwunden sind, kein PR-Beauftragter der Regierung gekümmert? Welche Motive die Medienprofis der Londoner Regierung auch immer bewogen haben, ausgerechnet in diesen Fall aktiv zu werden, wissen wir nicht, aber eines wissen wir, dass hier ein kleines unschuldiges Kind für eine Regierungskampagne instrumentalisiert worden sein muss.

Wenn sich herausstellen sollte, dass die Eltern hundertausende Menschen, die sich für sie in der Blogosphäre oder in der realen Welt durch Solidaritätsbekundungen eingesetzt haben, belogen haben sollten, dann könnte man vielleicht von Maddiegate sprechen. Aber das, was der PR-Apparat der Londoner Regierung gemacht hat, ist Maddiegate.

©2007 by Anatol Wiecki, Medienhure - Das Medienmagazin: www.Medienhure.de

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Fall Madeleine: Regierungssprecher mutiert zu „Freund der Familie“

Erstellt von AW am 10. September 2007

Die Medienmanipulation durch die britische Regierung im Fall Madeleine zugunsten der durch die portugiesischen Polizei verdächtigten Eltern, Gerry und Kate McCann, ist schon schockierend. Im gleichen Tempo wie die Eltern der kleinen Maddie McCann in der öffentlichen Meinung von Opfern zu mutmaßlichen Tätern mutierten, wandelte sich seit dem Wochenende auch ein hochrangiger PR-Berater der britischen Regierung vom „Sprecher der Regierung“ zu „einem Freund der Familie“. Was soll das?

In den ersten Tagen lag die Pressebetreuung für Gerry und Kate McCann in den Händen von John McCann, ein Onkel der vermeintlich entführten Madeleine. Daran wäre auch nichts auszusetzen gewesen, da jede Familie das Recht hat, vorausgesetzt die Entführungsgeschichte wäre wahr, sich in einer solchen Situation an die Öffentlichkeit zu wenden.

Aber schon bald fühlte sich aus unerklärlichen Gründen die damalige Regierung von Tony Blair auf den Plan gerufen und kommandierte ihren Spindoktor Clarence Mitchell als PR-Berater für die beispiellose Kampagne der Eltern ab. Clarence Mitchell ist auch unter Premierminister Gordon Brown weiterhin Direktor der MMU (Media Monitoring Unit), einer Regierungbehörde, die in erster Linie für das Presseamt der Londoner Regierung aktiv ist. Sein Job ist es also Medienschlachten für das Empire zu unterstützen. In den ersten Wochen ging seine Kriegstaktik wahrlich auf.

Nachdem aber die ersten Zweifel an der Version von Gerry und Kate McCann aufkamen, hörte man dann nichts mehr von Clarence Mitchell, dem „Sprecher der Regierung“. Spätestens seit dem Wochenende scheint die Geschichte völlig außer Kontrolle zu geraten. Es wäre für die britische Regierung auch wirklich sehr unangenehm, wenn Gerry und Kate McCann sich als Lügenbolde herausstellen würden. Denn noch im Mai 2007 suchte die britische Regierung einen „Campaign Manager“, der die nun beiden Hauptverdächtigen medial betreuen sollte.

Es gilt für jeden die Unschuldsvermutung, auch für Tatverdächtige. Aber wenn sich die Anschuldigungen der portugiesichen Polizei bewahrheiten sollten, wie soll dann die Regierung den Engländern erklären, mit welchem Recht sie ausländische Politiker und den Papst vorgeführt hat? Und vor allem, was bedeutet dies für die Glaubwürdigkeit der Regierung?

Das muss auch das amtliche Presseamt der Regierung in London gedacht haben. War das der Grund, weshalb der bis dahin schon vergessene Clarence Mitchell sich am Wochenende wieder für Gerry und Kate McCann einsetzte und der Presse wieder die Entführungsgeschichte, die doch wohl keiner mehr glauben will, erzählte? Selbst die Regierung in London dürfte Zweifel haben, denn ansonsten hätte sich Clarence Mitchell nicht nur als „ein Freund der Familie“ präsentiert, sondern eben als „Sprecher der Regierung“.

Bemerkenswert ist auch die Haltung fast aller Zeitungen hierzulande. Für fast alle Zeitungen scheint es kein Problem darzustellen, wenn die von einer staatlichen Regierungsbehörde gelenkte PR-Kampagne plötzlich als private Initiative „eines Freundes der Familie“ kaschiert werden soll.

©2007 by Anatol Wiecki, Medienhure - Das Medienmagazin: www.Medienhure.de

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