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    taz: "respektables Medienmagazin"

Archiv für die 'Berlin' Kategorie

BVG-Skandal: Journalist Anatol Wiecki rehabiliert - Freispruch nach 4 Jahren

Erstellt von AW am 30. Juli 2007

Der Journalist Anatol Wiecki ist am Montag vom Amtsgericht Tiergarten (Aktenzeichen 239 Cs 5259/05) von dem Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen worden.  Wiecki wurde in dem Verfahren von dem Vize-Fraktionschef der GRÜNEN im Deutschen Bundestag, Hans-Christian Ströbele, vertreten. Sein Verteidiger und der Staatsanwalt stellten nach einem jahrelangen Prozeß den Antrag auf einen glasklaren Freispruch. Wiecki war vor 4 Jahren von mehreren privaten BVG-Kontrolleuren misshandelt worden, weil der Journalist eine Fahrscheinkontrolle mit einer Fernsehkamera filmte und sein Filmmaterial nicht herausgeben wollte. Die Kontrolleure gaben seinerzeit einen Notruf bei der Polizei ab: “Kommen Sie schnell, hier filmt einer”.

Zunächst waren die privaten Kontrolleure am 16. August 2003 auf der U-Bahn-Station Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte durch Einsatzkräfte der Berliner Polizei festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft leitete sofort ein Ermittlungsverfahren gegen die von der Berliner Verkehrsgesellschaft beauftragten “BVG-Schläger” ein. Da die Kontrolleure jedoch einige Wochen nach der Tat erstmalig bei ihrer kriminalpolizeilichen Vernehmung zu Protokoll gaben, der Journalist habe sie tätlich angegriffen, wurde das Verfahren gegen die eigentlichen Täter nicht nur wegen angeblicher Notwehr eingestellt, sondern die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen den Berliner Journalisten Anatol Wiecki.

Anatol Wiecki erhofft sich durch den heutigen Freispruch seine völlige Rehabilitation. Indes ist eine Entschuldigung der BVG bis heute nicht eingegangen. Die BVG hatte kurz nach der Tat ihrer angeheuerten Kontrollettis sogar interveniert, man möge Wiecki den Presseausweis entziehen. Denn der Journalist hatte sich als Pressevertreter zu erkennen gegeben. Obwohl er die Jahresakkreditierung des Bundespresseamtes der Bundesregierung und einen Bundestagsausweis dabei hatte, wurde der Journalist “wie ein Tier über den Bahnhof geschleift”, so ein Zeuge bei seiner Vernehmung.

In den zahlreichen Gerichtsterminen, wo die durch das Gericht vorgeladenen Kontrolleure oft durch Abwesenheit glänzten, kam auch die Haltung der landeseigenen BVG zur Pressefreiheit zur Sprache, so erklärte ein ehemaliger Kontrolleur der BVG: “Das hat man uns bei der Schulung nie gesagt, dass man Pressevertreter bei ihrer Arbeit nicht behindern dürfe. Erst nach dem Vorfall haben wir eine Sonderschulung erhalten, wo man uns gesagt hat, dass man Journalisten nicht schlagen dürfe”.

Der Vorfall hatte im Jahre 2003 eine Diskussion über gewaltbereite Fahrscheinkontrolle der Berliner Verkehrsgesellschaft in den Berliner Medien ausgelöst.

Eine “Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit” hatte der angeklagte Journalist, dessen einziges Verbrechen das Filmen gewesen ist, stets abgelehnt. “Die Wahrnehmung der Pressefreiheit ist kein Verbrechen. Auch kein Geringfügiges”, so Anatol Wiecki.

Andere Zeitungen:

Berliner Zeitung vom 31.07.2007: “Freispruch nach vier Jahren Prozess. BVG-Kontrolleure zeigten Journalisten an - zu Unrecht”

taz, die tageszeitung vom 31.07.2007: “Notwehr gegen rabiate Kontrolleure erlaubt”

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Hiphop nein. Hirntot ja.

Erstellt von AW am 10. Juli 2007

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen selbsternannte Musiker des Berliner Labels ‚Hirntot Records’ am letzten Donnerstag mehrere Wohnungen in Berlin, Düsseldorf und Köln durchsuchen lassen. Bei den Razzien, wo auch Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei zugegen waren, konnten mehrere waffenscheinpflichtige Waffen gefunden werden, darunter auch ein Sturmgewehr des Typs AK-47 und 200 Gewehrpatronen sowie eine Pistole ‚Luger M-11“. Da die Möchtegern-Hiphoper nicht über entsprechende Waffenscheine verfügten, hat die Polizei die 21-, 24- und 25-jährigen Beschuldigten zur erkennungsdienstlichen Behandlung mitgenommen. Die talentfreien Musiker erwartet nun ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Vorausgegangen waren Beleidigungen und Drohungen gegen die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn in im Internet veröffentlichten Videoclips. Auf beschlagnahmte CD’s konnten gewaltverherrlichende Texte gefunden werden, wo die Musiker des Labels Hirntot Records offensichtlich die SPD-Kulturpolitikerin mit dem Tode drohen. Monika Griefahn hatte wiederholt  den aufkommenden Hass und Sexismus in der deutschen Hiphop-Szene kritisiert. Zusammen mit der Band ‚Brothers Keepers’ fordert sie deshalb auch das Verbot der Platte „Neger, Neger“ des Berliner Rappers B-Tight.

Den bisher weitgehend unbekannten Hiphopern von Hirntot Records, deren Ergüsse man im Internet auf Plattformen wie YouTube sehen kann, wird auch Störung des öffentlichen Friedens vorgeworfen, weil sie auf der CD „1. Mai Steinschlag“ in brutalen und grausamen Einzelheiten die Tötung von Polizisten zeigen.

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Alpha College Pleite: Google sperrt kritische Informationen über Sprachschule in Berlin

Erstellt von AW am 8. Juli 2007

Offensichtlich auf Betreiben der Alpha College AG ist vor wenigen Stunden eine von der Berliner Medienagentur media.wiecki betriebene Verbraucherschutzseite im Internet gesperrt worden. Statt dem Insolvenzgutachten der Alpha College Managementseminare AG, was man bisher auf Platz 1 unter dem Suchbegriff Alpha College finden konnte, findet man nun bei Google unter dem Keyword “Alpha College” ganz unten den Hinweis: “Aus Rechtsgründen hat Google 1 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt”.

Alpha College? Da war doch mal was, oder? Stimmt! Die Wirtschaftswoche hatte 2004 über die Betrügereien zum Nachteil von Kunden von Alpha College ausführlich berichtet, so wurde nach Recherchen der Wirtschaftswoche mehreren Kunden mit konstruierten Argumenten ihr bereits bezahlter Sprachkurs kurzfristig abgesagt, jedoch die Vorkasse nicht erstattet. Der Betreiber dieses Medienmagazins berichtete bereits in 2004 sehr ausführlich über die Machenschaften von Alpha College, worauf sich der Vorstandsvorsitzende der Alpha College Managementseminare vor Gericht zu wehren versuchte. Die Pressekammer des Landgerichts Berlin  hielt die Headline “Betrüger” mit Nennung seines Namens jedoch für gerechtfertigt (“Betrüger darf man beim Namen nennen”, LG Berlin, Az. 27 O 324/04). Es steht zu befürchten, dass der im Zusammenhang mit der Ausübung des Betriebs der Sprachschule Alpha College wegen 106 Vermögensdelikten vorbestrafte Wirtschaftskriminelle nichts dazugelernt hat, da erst kürzlich die Alpha College GmbH - wo er mittlerweile nach eigenen Angaben leitender Mitarbeiter ist - durch den illegalen Handel mit Raubkopien einer Lernsoftware aufgefallen ist. Jedenfalls hat dies das Landgericht Berlin bereits in 2006 in einem Eilverfahren festgestellt und der Firma jegliche Verwertung der geschützten Software der Firma Gekko Software untersagt. Aber einstweilige Verfügungen scheinen für Wirtschaftskriminelle nicht zu gelten, so dass abermals eine gerichtliche Entscheidung durch das Landgericht Berlin erforderlich gewesen ist. Mit einem noch nicht rechtskräftigen Urteil wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von 10.000 Euro gegen die Alpha College GmbH verhängt.

Die Firma Alpha College, exakt die Alpha College GmbH, verbreitet seit 2003 alle paar Monate die PR-Ente, der Medienmogul Haim Saban, habe einen Deutschkurs bei der Sprachschule Alpha College gemacht. Dabei hatte Haim Saban niemals vorgehabt bei Alpha College einen Sprachkurs zu belegen.

Nun gelingt es der Firma Alpha College wahrscheinlich erneut unrühmlich in die Medien zu gelangen. Mittlerweile ist die Alpha College GmbH nach Angaben der Alpha College AG ein “hundertprozentiges Tochterunternehmen” der Alpha College AG, die ihren Sitz angeblich auf Schloss Stolpen-Helmsdorf haben soll und im Handelsregister des Amtsgerichts Dresden eingetragen ist.

Dem Vernehmen nach, handelt es sich bei dem sogenannten Firmensitz der Alpha College AG lediglich um eine Briefkastenadresse. Sowohl das ”Tochterunternehmen”, die Alpha College GmbH, als auch die leitenden Mitarbeiter der “Konzernzentrale”, der Alpha College AG, bestreiten jede Verbindung zur Alpha College Managementseminare AG, die nach Erkenntnissen der bayerischen Justiz spätestens seit 2002 insolvent gewesen ist, weswegen der damalige Vorstandsvorsitzende der Alpha College Managementseminare AG auch rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Aber mit Wirtschaftskriminellen geht man barmherziger um, so dass der Straftäter, also der damalige Vorstandsvorsitzende der Alpha College Managementseminare AG, schon nach vierwöchiger U-Haft in München-Stadlheim aus dem Gefängnis entlassen und der Rest seiner Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Inzwischen ist der ehemalige U-Häftling und Ex-Vorstandsvorsitzende der Alpha College Managementseminare AG in leitender Funktion bei der Alpha College Aktiengesellschaft, obwohl die Alpha College AG nach eigenen Angaben natürlich nichts mit der durch betrügerischen Bankrott in die Insolvenz geratene Alpha College Managementseminare AG zu tun hat.

Trotzdem hat auch das “hundertprozentige Tochterunternehmen”, die Alpha College GmbH, ständig Probleme. Dies hat sicherlich nichts damit zu tun, dass bei der Alpha College GmbH zwei leitende Mitarbeiter rechtskräftig wegen Vermögensdelikten verurteilt sind. Reiner Zufall wird dafür verantwortlich sein, dass diese beiden vorbestraften leitenden Mitarbeiter der Alpha College GmbH auch zufällig in leitender Position bei der durch betrügerischen Bankrott untergegangenen Alpha College Managementseminare AG beschäftigt gewesen waren.

Denn anders kann es nicht sein. Schließlich haben die Alpha College AG und die Alpha College GmbH nichts, aber wirklich rein gar nichts, mit der insolventen Alpha College Managementseminare AG zu tun. Dies hat schließlich ein vorbestrafter Betrüger bestätigt. Und wem soll man denn noch glauben, wenn man nicht mehr einmal vorbestraften Wirtschaftskriminellen glauben darf?

Google, wir danken dir. Die Resozialisation von Wirtschaftskriminellen darf nicht durch eine Verbraucherschutzseite gefährdet werden.

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Imageschaden durch Tom Cruise?

Erstellt von AW am 3. Juli 2007

Schon am 19. Juli 2007 beginnen nun doch die Dreharbeiten zu dem Hollywood-Thriller „Valkyrie” über das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler. Die Ankündigung, Tom Cruise werde Graf von Stauffenberg verkörpern, hatte für heftigen Wirbel gesorgt. “Die Koproduktionsverträge sind unterzeichnet”, wie eine Sprecherin des Studio Babelsberg bestätigte. Dennoch schloss ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums weiterhin für den Scientology-Anhänger Tom Cruise eine Drehgenehmigung für historische Aufnahmen in dem der Bundesrepublik gehörendem Bendlerblock aus.

Graf von Stauffenberg wurde 1944 im Bendlerblock nach dem gescheiterten Putschversuch hingerichtet. “Ich glaube nicht, dass davon irgendeine Signalwirkung ausgeht, die sich negativ auf den Medienstandort Berlin-Brandenburg auswirkt”, wiegelte Holger Drews, Sprecher des brandenburgischen Kultusministeriums, Befürchtungen in Bezug auf die Mitwirkung von Tom Cruise an dem Filmprojekt ab.

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Jürgen Fliege fordert Trauergottesdienst statt Theater für Klausjürgen Wussow

Erstellt von AW am 25. Juni 2007

“Herr Fliege sollte, wie alle anderen auch, in ziviler Kleidung erscheinen”, kommentierte Pfarrer Germer von der Berliner Gedächtniskirche den Wunsch von Jürgen Fliege, vielen Fernsehzuschauern noch als talkshowwütender Pfarrer Fliege bekannt, die Predigt auf der Beerdigung von Klausjürgen Wussow zu halten. Angeblich wäre es der ausdrückliche Wunsch des verstorbenen Schauspielers gewesen, dass der bekannte TV-Pfarrer den Trauergottesdienst führt, so Sabine Wussow, Witwe von Klausjürgen Wussow und Witwe von Bubi Scholz und…

Indes wies Fliege das Angebot von Pfarrer Germer in der Gedächtniskirche in Berlin “als Trauernder” ein paar Worte zu der Trauergemeinde zu sprechen brüskiert zurück: “Ich bin kein mietbarer Trauerredner, sondern evangelisch ordinierter Pfarrer bis an mein Lebensende. Und dann findet ein Trauergottesdienst statt und kein Theater.”

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