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Archiv für August, 2007

Psychodrama um New Yorker Künstlerherberge ‘Chelsea Hotel’

Erstellt von AW am 9. August 2007

Die dramatischen Ereignisse der letzten Wochen rund um das „Chelsea Hotel“ im New Yorker Künstler- und Schwulenviertel Chelsea könnten glatt aus der Feder einer seiner früheren Bewohner stammen. Das 1883 erbaute Gebäude ist seit 1905 als eine Billigabsteige für Künstler und Touristen auf der Westseite von Manhattan bekannt. Seit dem das Management des Künstlerhotels von BD Hotels im Juni 2007 übernommen wurde, ist in dem Haus ein Psychokrieg ausgebrochen.

Nachdem bekannt wurde, das das Management von BD Hotels nicht nur die Fassade, sondern auch die Bewohnerstruktur des Chelsea Hotels grundlegend verändern möchte, musste sogar schon das Bombenkommando des New York Police Departments zu dem 12-stöckigen Haus, wo schon Berühmtheiten wie Jimi Hendrix, Edith Piaf, Andy Warhol, Allen Ginsberg, Bob Dylan, Tennessee Williams, Arthur Miller, Sean Penn, Sarah Bernhardt und Mark Twain oder der Verpackungskünstler Christo genächtigt haben, anrücken.

Bei Stanley Bard, der bis Juni 2007 einer der drei Besitzer und Manager des Chelsea Hotels war, konnten Künstler ihre Hotelrechnung auch schon mal mit Bildern bezahlen. Das neue Management von BD Hotels wird dies sicherlich nicht dulden. Vielmehr möchte BD Hotels die 250 Suites  angeblich in 1.000 Hotelzimmer umwandeln. Denn für eine Hotelnacht in Manhattan kann man im Durchschnitt 270 US-Dollar verlangen.

Um das Haus, das über ein Jahrhundert oft als letzter Zufluchtsort für brotlose Kunst diente, in eine Nobelhotel umwandeln zu können, sollen zuvor aber erst die 220 Dauermieter, die zum Teil seit Jahren dort für eine Miete von 2.000 US-Dollar leben, ausziehen. Dies machte der neue Hotelmanager Glendon Travis den Dauermietern deutlich: “Wir sind entzückt, Sie als Gast zu haben. Unseren Akten zufolge checken Sie am Montag aus.”

In den ersten Jahren der Geschichte des Billighotels sind als Bewohner des Hotels auch Überlebende der untergegangenen Titanic verzeichnet. Die jetzigen Bewohner wollen auch nicht kampflos untergehen. Einige haben schon beim Wohnungsamt einen Antrag auf Mieterschutz gestellt, so beispielsweise Ed Hamilton, dessen Buch „Legends of the Chelsea Hotel“ im September 2007 erscheint.

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SMS-Flut über Deutschland

Erstellt von AW am 8. August 2007

Für die Chance bei einem Gewinnspiel den Hauptpreis von 26.000 Euro zu gewinnen, verschickte kürzlich ein Busfahrer im polnischen Slupsk in einem einzigen Monat über 38.000 Kurznachrichten über sein Dienst-Handy. Wenn der polnische Busfahrer in Deutschland leben würde, dann wäre die durchschnittliche Nutzung des Short Message Service von Mobiltelefonen hierzulande noch höher ausgefallen. Allein in 2006 haben 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, die ein Mobiltelefon besitzt, mehr als 22,4 Milliarden SMS-Nachrichten verschickt. Noch im ganzen Jahr 1999 simste jeder Handybesitzer im Durchschnitt gerade einmal 44 Kurznachrichten über sein Handy.

An dem SMS-Anstieg beteiligen sich auch mehr als 2,1 Millionen Kids, hauptsächlich die Zehn- bis Dreizehnjährigen. Für dieses Jahr erwartet der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) sogar eine weitere Steigerung. Insgesamt werden von dem Verband stolze 23 Milliarden Kurznachrichten via Mobiltelefon prophezeit. Zurückzuführen sei dieser Boom auf die “günstigen Preise und die Einführung der Prepaid-Karten Ende der 90er Jahre“, so BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer.

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Börsenguru Markus Frick: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen strafbarer Marktmanipulationen

Erstellt von AW am 6. August 2007

„Make Money - Die Markus Frick Show” wurde bereits am 19. Juni 2007 von N24 abgesetzt. Nun geht die Show des Bäckersjungen aus Sinsheim, der zum Aktienguru mutierte, wahrscheinlich weiter – allerdings in den Gerichtssäälen der Republik. Wurde Frick, dessen Name auf Französisch so viel wie „Zaster“ bedeutet, lange vorgeworfen, er habe in seiner  wöchentlichen Fernsehsendung Geschehnisse an den Börsen vereinfacht dargestellt und vage Empfehlungen ausgesprochen, sieht sich Markus Frick nun mittlerweile durch einige Anleger dem Vorwurf des handfesten Betrugs ausgesetzt.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüft gerade, ob der „Börsenguru“ verbotene Kursmanipulationen mit seinem Börsenbrief in Form eines Newsletters vorgenommen hat. Anleger, die auf die „goldenen“ Tipps von Markus Frick vertraut hatten, sollen bis zu 91% mit Aktien verloren haben. So fiel die von Markus Frick im März 2007 empfohlene StarGold-Aktie in nur wenigen Tagen von stolzen 5,70 Euro auf magere 53 Cent.

Ein neuer Schaffenskreis für Markus Frick? Haben Sie ihn erkannt? Nein? Dann schauen Sie ab der 39. Sekunde genau hin!

Dies war aber nicht sein einziger Ausrutscher. Innerhalb von wenigen Tagen sind im Juni 2007 mehrere von Markus Frick als Gewinnbringer prophezeite Aktien um mindestens 80 Prozent im Kurs gefallen. Insgesamt sollen die Anleger mit den Tipps von Markus Frick einen dreistelligen Millionenbetrag verloren haben, so vorsichtige Schätzungen von Experten.

Der frühere Bäcker muss vielleicht bald kleinere Brötchen backen. Denn die ersten Schadensersatzforderungen sind eingegangen. Allein ein Geschädigter, der von der auf Kapitalanlagerecht spezialisierten Münchner Rechtsanwaltskanzlei Rotter vertreten wird, fordert von Markus Frick knapp 30.000 Euro Schadensersatz. Ungemach droht dem geschassten Börsenexperten aber auch durch die Staatsanwaltschaft Berlin, die gegen ihn aufgrund von 13 Anzeigen von Privatpersonen ein Ermittlungsverfahren wegen „strafbarer Marktmanipulationen“ im Sinne von §§ 38, 39 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) eingeleitet hat, wie Michael Grunwald von der Staatsanwaltschaft Berlin gegenüber ‚Medienhure – Das Medienmagazin’ bestätigte.

Vor diesem Hintergrund ist die Prüfung durch die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), ob es sich bei den zahlreichen Hinweisen auf seinen kostenpflichtigen Börsenbrief-Newsletter in seiner mittlerweile eingestellten N24-Sendung „Make Money - Die Markus Frick Show” um legale Hinweise auf Begleitmaterial handelt oder um unerlaubte Werbung, wohl sein kleinstes Problem.

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‚Spice Girls’ in Bagdad – diesmal Abschied für immer?

Erstellt von AW am 3. August 2007

„Es ist uns nicht möglich, überall zu spielen, aber wir dachten, warum sollten wir nicht einfach unsere Fans entscheiden lassen, wo wir spielen sollen? Das ist deine Chance, deine Stadt in eine Spice City zu verwandeln! Alles was du dafür tun musst ist, uns zu sagen, dass du uns sehen willst. Du hast es buchstäblich in der Hand.” Mit diesen Worten fordern die ‚Spice Girls’, die letzten Monat ihr einmaliges Comeback mit mehreren Konzerten auf allen fünf Kontinenten angekündigt haben, ihre Fans auf, für ihren Lieblingsort auf ihrer Homepage http://www.thespicegirls.com zu voten.

Die Bekundungen der einst erfolgreichsten Girlgroup ‚Spice Girls’, die bis 2001  Popgeschichte schrieb, bei der geplanten Welttournee handele es sich um ein einmaliges Comeback, könnte nun bald bittere Realität werden. Denn die ‚Spice Girls’ wollen aus der Stadt mit den meisten Votings „Spice City“ machen und dort „definitiv“ „im Rahmen der Tour spielen“. Dies hat nun offensichtlich nicht nur Fans, sondern auch einige Blogger-Netzwerke (sic!) auf den Plan gerufen, die seit dem regelrechte Kampagnen im Internet gestartet haben, man möge für Bagdad stimmen. Am Ende könnte dies also wirklich eine echte Abschiedstournee werden, wenn Victoria Beckham umarmt wird – von einem Fan mit auffällig voluminösen Gürtel.

Die Tournee der Gruppe, die bereits 1994 zunächst unter den Namen ‚Touch’ gegründet wurde, startet am 2. Dezember 2007 im kanadischen Vancouver, am 20. Dezember 2007 geben die heute 31- bis 35-jährigen „Girls“ Victoria Beckham (‚Posh Spice’), Geri Halliwell (‚Ginger Spice’), Melanie Chisholm (‚Mel C’), Melanie Brown (‚Scary Spice’), Emma Bunton (‚Baby Spice’) in Köln ihr einziges Konzert in Deutschland. Das letzte Konzert soll am 24. Januar 2008 in Buenos Aires stattfinden.

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Bundestag lässt gegen Journalisten ermitteln

Erstellt von AW am 2. August 2007

Wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat werden von den Staatsanwaltschaften in Berlin, München, Frankfurt und Hamburg gegen mindestens 17 Journalisten, darunter Redakteure von ‚Die Zeit’, ‚Frankfurter Rundschau’, ‚Der Tagesspiegel’, ‚Berliner Zeitung’, ‚Die Welt’, der ‚Süddeutschen Zeitung’ und der ‘taz’ sowie gleich fünf Redakteuren des Nachrichtenmagazins ‚DER SPIEGEL’ strafrechtliche Ermittlungsverfahren geführt. Sogar gegen SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust wird ermittelt. Hintergrund der Verfahren sind Veröffentlichungen von geheimen Akten des BND-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestags, der die Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes und anderer deutscher Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den Terrorismus durchleuchten sollte.  Die Ermittlungsverfahren richten sich aber in erster Linie gegen die Informanten der Journalisten.

“Man konnte über eingestufte Akten in der Presse mehr lesen, als wir im Ausschuss vorliegen hatten.”, sagte der Vorsitzende des BND-Untersuchungsausschusses Siegfried Kauder (CDU), der die Strafverfahren mit Zustimmung der Mehrheit des Untersuchungsausschusses initiiert hat. Lediglich die Linkspartei als auch die GRÜNEN, wandten sich gegen die Strafverfahren. Hans-Christian Ströbele hat das Verfahren abgelehnt, „weil ich schon befürchtet hatte, dass sich ein solches Verfahren wieder einmal gegen Journalisten richtet”, erklärte der Politiker von Bündnis’90/Die Grünen. Obgleich der Obmann der FDP im Ausschuss ursprünglich seine Zustimmung zur strafrechtlichen Aufarbeitung der Indiskretionen erteilt hatte, ist Max Stadler nun empört. Er habe den Ermittlungen nur unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass nicht gegen Journalisten vorgegangen werde. Der FDP-Abgeordnete bezichtigt die SPD, die den Ermittlungen ebenfalls zugestimmt hat, für die Indiskretionen verantwortlich zu sein: “Im BND-Untersuchungsausschuss sind ganz gezielt vor allem von der SPD-Fraktion Interna an die Öffentlichkeit gegeben worden mit dem Ziel, das Verhalten des damaligen Kanzleramtsminister Steinmeier in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.”

Als einen „breit angelegten Angriff auf die Pressefreiheit” bezeichnete der Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbands (DJV), Michael Konken, das Vorgehen der Staatsanwaltschaften in mehreren Bundesländern. Seiner Meinung nach, sollen mit den Ermittlungen Journalisten und Informanten eingeschüchtert werden. Indes bezeichnete Rechtsanwalt Werner Leitner, der die ‚Süddeutsche Zeitung’ anwaltlich vertritt, die Ermittlungen angesichts des „Cicero-Urteils“ als „wenig sensibel und dreist“. Das Bundesverfassungsgericht hatte mit seinem Urteil zum Fall „Cicero“ festgestellt, dass die bloße Veröffentlichung von Dienstgeheimnissen durch Journalisten nicht mehr ausreiche, um den Verdacht einer Beihilfe zum Geheimnisverrat zu begründen.

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