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    taz: "respektables Medienmagazin"

Archiv für Juli, 2007

Günter Wallraff möchte mit “Die Satanischen Verse” in Moschee

Erstellt von AW am 10. Juli 2007

Der Dialogbeauftrage der Türkisch-Islamischen Anstalt für Religion (DITIB), Bekir Alboga, hatte erklärt, die islamische Gemeinde in Köln wolle sich öffnen und in die Moschee zu kulturellen Veranstaltungen einladen. Der Journalist Günter Wallraff (65), der in der türkischen Community wegen seines 1985 veröffentlichten Enthüllungsbuchs ‚Ganz unten’ populär ist, möchte die islamische Religionsgesellschaft in Köln-Ehrenfeld beim Wort nehmen und will in der neuen Moschee, die allerdings noch gar nicht gebaut ist, aus dem 1988 erschienenen Roman „Die Satanischen Verse“ von Salman Rushdie vorlesen.

Günter Wallraff, der wegen seines investigativen Recherchestils bekannt und deswegen sogar mit dem Verb „wallraffa“ in die schwedische Sprache eingegangen ist, hatte den lange Zeit von der durch Ajatollah Chomeini verhängten Fatwa bedrohten Schriftsteller Salman Rushdie versteckt. Aufgrund der massiven Drohungen und Taten, so wurden im Ausland Anschläge auf Übersetzer und Verleger des Buches „Die Satanischen Verse“ verübt, traute sich kein deutscher Verlag das Buch in der Bundesrepublik Deuschland zu veröffentlichen. Um den Roman doch noch in die deutschen Buchläden zu bekommen, wurde in Anlehnung auf Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen der „Artikel 19“-Verlag von Günter Wallraff und anderen bekannten Gesellschaftern wie Norbert Blüm, Günter Grass und Gerhard Schröder gegründet.

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Hiphop nein. Hirntot ja.

Erstellt von AW am 10. Juli 2007

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen selbsternannte Musiker des Berliner Labels ‚Hirntot Records’ am letzten Donnerstag mehrere Wohnungen in Berlin, Düsseldorf und Köln durchsuchen lassen. Bei den Razzien, wo auch Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei zugegen waren, konnten mehrere waffenscheinpflichtige Waffen gefunden werden, darunter auch ein Sturmgewehr des Typs AK-47 und 200 Gewehrpatronen sowie eine Pistole ‚Luger M-11“. Da die Möchtegern-Hiphoper nicht über entsprechende Waffenscheine verfügten, hat die Polizei die 21-, 24- und 25-jährigen Beschuldigten zur erkennungsdienstlichen Behandlung mitgenommen. Die talentfreien Musiker erwartet nun ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Vorausgegangen waren Beleidigungen und Drohungen gegen die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn in im Internet veröffentlichten Videoclips. Auf beschlagnahmte CD’s konnten gewaltverherrlichende Texte gefunden werden, wo die Musiker des Labels Hirntot Records offensichtlich die SPD-Kulturpolitikerin mit dem Tode drohen. Monika Griefahn hatte wiederholt  den aufkommenden Hass und Sexismus in der deutschen Hiphop-Szene kritisiert. Zusammen mit der Band ‚Brothers Keepers’ fordert sie deshalb auch das Verbot der Platte „Neger, Neger“ des Berliner Rappers B-Tight.

Den bisher weitgehend unbekannten Hiphopern von Hirntot Records, deren Ergüsse man im Internet auf Plattformen wie YouTube sehen kann, wird auch Störung des öffentlichen Friedens vorgeworfen, weil sie auf der CD „1. Mai Steinschlag“ in brutalen und grausamen Einzelheiten die Tötung von Polizisten zeigen.

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Bundesliga-Abpfiff bei ‚ARENA’

Erstellt von AW am 9. Juli 2007

Die rund 100 Mitarbeiter des Pay-TV-Fernsehsenders ‚Arena’ wollen vermutlich nach der geplanten kalten Übernahme durch den Bezahlsender ‚Premiere’ vor dem Arbeitsgericht gegen ihre geplante Kündigung klagen. Denn so wie die Transaktion vollzogen wurde, handelt es sich um eine vollständige Übernahme durch ‚Premiere’, weswegen ‚Premiere’ verpflichtet sei, auch alle Mitarbeiter zu übernehmen. Die ‚Arena’-Eigentümerin, die Kabelnetzbetreiberin Unity Media GmbH, will die für den Abonnement-Sender ‚Arena’ bis 2009 für mehr als 200 Millionen Euro pro Saison erworbenen Senderechte für die Bundesligaspiele mit Zustimmung des Bundeskartellamts an ‚Premiere’ sublizenzieren. Die Arena Sport Rechte und Marketing GmbH will angeblich alle Mitarbeiter zum 31.07.2007 kündigen, seitens ‚Premiere’ ist nur die Übernahme einiger Mitarbeiter geplant. Jürgen Klinsmann  wird von den Kündigungen nicht betroffen sein. Der ehemalige Trainer der deutschen Nationalmannschaft bekommt seinen Millionenvertrag mit ‚Arena’ vergütet.

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Alpha College Pleite: Google sperrt kritische Informationen über Sprachschule in Berlin

Erstellt von AW am 8. Juli 2007

Offensichtlich auf Betreiben der Alpha College AG ist vor wenigen Stunden eine von der Berliner Medienagentur media.wiecki betriebene Verbraucherschutzseite im Internet gesperrt worden. Statt dem Insolvenzgutachten der Alpha College Managementseminare AG, was man bisher auf Platz 1 unter dem Suchbegriff Alpha College finden konnte, findet man nun bei Google unter dem Keyword “Alpha College” ganz unten den Hinweis: “Aus Rechtsgründen hat Google 1 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt”.

Alpha College? Da war doch mal was, oder? Stimmt! Die Wirtschaftswoche hatte 2004 über die Betrügereien zum Nachteil von Kunden von Alpha College ausführlich berichtet, so wurde nach Recherchen der Wirtschaftswoche mehreren Kunden mit konstruierten Argumenten ihr bereits bezahlter Sprachkurs kurzfristig abgesagt, jedoch die Vorkasse nicht erstattet. Der Betreiber dieses Medienmagazins berichtete bereits in 2004 sehr ausführlich über die Machenschaften von Alpha College, worauf sich der Vorstandsvorsitzende der Alpha College Managementseminare vor Gericht zu wehren versuchte. Die Pressekammer des Landgerichts Berlin  hielt die Headline “Betrüger” mit Nennung seines Namens jedoch für gerechtfertigt (“Betrüger darf man beim Namen nennen”, LG Berlin, Az. 27 O 324/04). Es steht zu befürchten, dass der im Zusammenhang mit der Ausübung des Betriebs der Sprachschule Alpha College wegen 106 Vermögensdelikten vorbestrafte Wirtschaftskriminelle nichts dazugelernt hat, da erst kürzlich die Alpha College GmbH - wo er mittlerweile nach eigenen Angaben leitender Mitarbeiter ist - durch den illegalen Handel mit Raubkopien einer Lernsoftware aufgefallen ist. Jedenfalls hat dies das Landgericht Berlin bereits in 2006 in einem Eilverfahren festgestellt und der Firma jegliche Verwertung der geschützten Software der Firma Gekko Software untersagt. Aber einstweilige Verfügungen scheinen für Wirtschaftskriminelle nicht zu gelten, so dass abermals eine gerichtliche Entscheidung durch das Landgericht Berlin erforderlich gewesen ist. Mit einem noch nicht rechtskräftigen Urteil wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von 10.000 Euro gegen die Alpha College GmbH verhängt.

Die Firma Alpha College, exakt die Alpha College GmbH, verbreitet seit 2003 alle paar Monate die PR-Ente, der Medienmogul Haim Saban, habe einen Deutschkurs bei der Sprachschule Alpha College gemacht. Dabei hatte Haim Saban niemals vorgehabt bei Alpha College einen Sprachkurs zu belegen.

Nun gelingt es der Firma Alpha College wahrscheinlich erneut unrühmlich in die Medien zu gelangen. Mittlerweile ist die Alpha College GmbH nach Angaben der Alpha College AG ein “hundertprozentiges Tochterunternehmen” der Alpha College AG, die ihren Sitz angeblich auf Schloss Stolpen-Helmsdorf haben soll und im Handelsregister des Amtsgerichts Dresden eingetragen ist.

Dem Vernehmen nach, handelt es sich bei dem sogenannten Firmensitz der Alpha College AG lediglich um eine Briefkastenadresse. Sowohl das ”Tochterunternehmen”, die Alpha College GmbH, als auch die leitenden Mitarbeiter der “Konzernzentrale”, der Alpha College AG, bestreiten jede Verbindung zur Alpha College Managementseminare AG, die nach Erkenntnissen der bayerischen Justiz spätestens seit 2002 insolvent gewesen ist, weswegen der damalige Vorstandsvorsitzende der Alpha College Managementseminare AG auch rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Aber mit Wirtschaftskriminellen geht man barmherziger um, so dass der Straftäter, also der damalige Vorstandsvorsitzende der Alpha College Managementseminare AG, schon nach vierwöchiger U-Haft in München-Stadlheim aus dem Gefängnis entlassen und der Rest seiner Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Inzwischen ist der ehemalige U-Häftling und Ex-Vorstandsvorsitzende der Alpha College Managementseminare AG in leitender Funktion bei der Alpha College Aktiengesellschaft, obwohl die Alpha College AG nach eigenen Angaben natürlich nichts mit der durch betrügerischen Bankrott in die Insolvenz geratene Alpha College Managementseminare AG zu tun hat.

Trotzdem hat auch das “hundertprozentige Tochterunternehmen”, die Alpha College GmbH, ständig Probleme. Dies hat sicherlich nichts damit zu tun, dass bei der Alpha College GmbH zwei leitende Mitarbeiter rechtskräftig wegen Vermögensdelikten verurteilt sind. Reiner Zufall wird dafür verantwortlich sein, dass diese beiden vorbestraften leitenden Mitarbeiter der Alpha College GmbH auch zufällig in leitender Position bei der durch betrügerischen Bankrott untergegangenen Alpha College Managementseminare AG beschäftigt gewesen waren.

Denn anders kann es nicht sein. Schließlich haben die Alpha College AG und die Alpha College GmbH nichts, aber wirklich rein gar nichts, mit der insolventen Alpha College Managementseminare AG zu tun. Dies hat schließlich ein vorbestrafter Betrüger bestätigt. Und wem soll man denn noch glauben, wenn man nicht mehr einmal vorbestraften Wirtschaftskriminellen glauben darf?

Google, wir danken dir. Die Resozialisation von Wirtschaftskriminellen darf nicht durch eine Verbraucherschutzseite gefährdet werden.

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Schäuble gegen Handy-Terroristen

Erstellt von AW am 7. Juli 2007

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte erst im Februar 2007 eine Dienstanweisung aus dem Jahr 2005 von dem damaligen Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), wonach Geheimdiensten die Ausspähung von Computern erlaubt war, mangels gesetzlicher Grundlage kassiert. Denn das Post- und Fernmeldegeheimnis sind vom Grundgesetz geschützt und werden nicht einfach durch eine banale Dienstanweisung eines Ministers obsolet.

Das weiß auch der amtierende Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der nicht nur eine erneute Diskussion um Onlinedurchsuchungen entfacht hat. Der CDU-Politiker möchte darüber hinaus die Vernetzung von Terror-Netzwerken unterbinden, indem für mutmaßliche Terroristen und Gefährder “ein Kommunikationsverbot im Internet oder mit dem Handy” ausgesprochen wird.

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