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    taz: "respektables Medienmagazin"

Archiv für Juli, 2007

Tod in Moskau - Bertelsmann-Managerin ermordet

Erstellt von AW am 16. Juli 2007

Marina Pisareva ist seit dem letzten Wochenende eine der 300 Medienvertreter, die in den letzten 14 Jahren in Russland ermordet worden sind. Die 47-Jährige, die in ihrem Landhaus unweit von Moskau mit einem Dolch erstochen wurde, war entgegen ersten Meldungen einiger Medien nicht die Vize-Chefin von Bertelsmann in Russland, sondern Produktionsleiterin in der russischen Niederlassung des DirectGroup Verlages Bertelsmann Media  in Moskau, deren 17 Mitarbeiter nach Angaben eines Sprechers der Bertelsmann DirectGroup seit 1992 lediglich „unpolitische Bildbände” produzieren. Daher kommt für den Verlagssprecher ein politischer Hintergrund für die Tat nicht in Frage. Indes ist dies für die Moskauer Polizei nicht ausgeschlossen. Denn nach „vorläufigen Informationen wurde aus dem Haus nichts gestohlen. Die Mordwaffe - ein Sammlerdolch, der dem Opfer gehörte - wurde vom Tatort genommen”, so die Polizei. Laut Schätzungen des Internationalen Journalistenverbandes sind von den 300 Ermordeten mehr als 80 Journalisten wegen ihrer Arbeit umgebracht worden, darunter auch prominente Journalisten wie die Kreml-Kritikerin Anna Politkowskaja, die am Geburtstag des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin, dem 7. Oktober 2006, in ihrem Wohnhaus in Moskau mit mehreren Schüssen regelrecht hingerichtet wurde. Ein anderer bekannter ermordeter Medienvertreter war Paul Chlebnikow, Herausgeber der russischen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins ‚Forbes Magazine’. In seinem Buch „Godfather of the Kremlin: The Decline of Russia in the Age of Gangster Capitalism” hatte er den kriminellen Aufstieg einiger russischer Oligarchen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion beschrieben. Vielleicht ist darin das Motiv der bisher zwei unbekannten Attentäter, die ihn am 9. Juli 2004 vor dem Redaktionsgebäude des ‚Forbes Magazine’ in Moskau erschossen, zu finden.

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Victoria Beckham möchte bei Eddie Murphy Hacker werden

Erstellt von AW am 16. Juli 2007

„Ich würde ihm definitiv ins Essen spucken. Ich würde ihm auch seinen Schwanz abhacken.“ Diese netten Worte widmete die 33-jährige ‚Spice Girl’-Frau Victoria Beckham dem Schauspieler Eddie Murphy (46). Victoria Beckham braucht momentan viele Schlagzeilen in den Vereinigten Staaten, um auf ihre heute in den USA anlaufende Show  ‘Victoria Beckham: Coming to America“ aufmerksam zu machen. Der Komiker, bekannt für seine schnelle Sprechweise, war seit Mai 2006 mit  ihrer früheren Bandkollegin, Melanie Brown (‚Mel B’) liiert. Vor drei Monaten kam schließlich die gemeinsame uneheliche Tochter auf die Welt. Der ‚Beverly Hills Cop’-Darsteller stellte seine Vaterschaft medienwirksam in Frage. Trotzdem wurde diese am 11. Juni 2007 durch einen DNA-Test bewiesen.

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George W. Bush verursacht Hysterie

Erstellt von AW am 14. Juli 2007

“There’s Adam Clymer, major league asshole, from the New York Times”, flüsterte George Walker Bush im September 2000 auf einer Pressekonferenz – sein Mikrofon war irrtümlich an. Die Presse hat sich schon an die derben Antworten des 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewöhnt. Ein 13-jähriges Mädchen dagegen reagierte auf die berühmt-berüchtigen Reaktionen von George W. Bush mit einem minutenlangen Weinkrampf.

Während eines Forums in Brecksville (US-Bundesstaat Ohio) begegnete er der Frage der 13-jährigen Jessica Hackerd zur Immigrationspolitik mit einem nichtssagenden  „Yeah, thanks”. Während die 400 Zuhörer  im Saal mit schallendem Gelächter reagierten, begann das Mädchen zu weinen. Die Tränen des Kindes wahren offensichtlich auch für  den Präsidenten so peinlich, dass dieser sich entschuldigte:  „Es ist eine grossartige Frage, ich bin froh, dass du sie gestellt hast“. Trotzdem war sie zunächst weiter hysterisch. Nach der Konferenz bat der US-Präsident das Mädchen und deren Familie hinter die Bühne. Anschließend gab Jessica, wie in solchen Fällen in den USA üblich, Interviews.

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Reality-Soap ‘CSU’ mit Horst Seehofer und Gabriele Pauli

Erstellt von AW am 12. Juli 2007

Die Autorin des 1985 erschienen Buches „Polit-PR. Strategische Öffentlichkeitsarbeit politischer Parteien. Zur PR-Praxis der CSU“, Gabriele Pauli, möchte der mittelfränkischen Provinz endlich entfliehen und in der Münchner Zentrale der Christlich-Sozialen Union (CSU) in Bayern ab Herbst 2007 das Oberkommando übernehmen. Es ist noch gar nicht so lange her, da wollte die von der CSU-Spitze angefeindete Politikerin zu den ‚Freien Wählern’ abwandern. Ende 2006 sorgte die Fürther Landrätin für Schlagzeilen, indem sie gegen den bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber den Vorwurf erhob, dieser habe seinen persönlichen Referenten für Schnüffeldienste eingesetzt, um schlüpfrige Einzelheiten aus dem Leben der Gabriele Pauli auszukundschaften. Schwer traf die geltungssüchtige Politikerin, die aus Rheinland-Pfalz in Kinderjahren in Bayern eingewandert war, die Reaktion des bayrischen Regierungschefs: „Sie sind nicht wichtig“, soll Edmund Stoiber zu ihr gesagt haben. Im Januar 2007 profilierte sich die 50-jährige Lokalpolitikerin mit ihrer Forderung eine Mitgliederbefragung der CSU-Basis über das weitere politische Schicksal des bayrischen Ministerpräsidenten, dem sie Frauenfeindlichkeit vorwarf., durchzuführen.

Schließlich kündigte Edmund Stoiber am 18. Januar 2007 an, sich im Herbst 2007 von seinen politischen Ämtern zurückzuziehen. Während die CSU mit dem amtierenden bayrischen Landesinnenminister Günther Beckstein bereits einen Nachfolger für Edmund Stoiber im Amt des Ministerpräsidenten auserkoren hat, ist für den Parteivorsitz ein Kampf zwischen Bundesagrarminister Horst Seehofer und dem bayrischen Landwirtschaftsminister Erwin Huber ausgebrochen, der schon Telenovela-Reife erreicht hat. So wurde an die Medien lanciert, das Horst Seehofer von einer Berliner Freundin ein uneheliches Kind erwartet. Während Erwin Huber dem inzwischen geborenen Mädchen „alles Gute“ wünscht, drohte sein Kontrahent angeblich mit Sex-Enthüllungen. Durch die Ankündigung der Kandidatur für den CSU-Parteivorsitz der Gabriele Pauli, die erst im März 2007 mit aufreizenden Fotoaufnahmen in dem Magazin ‚Park Avenue’ als „Latex-Landrätin“ für Furore sorgte, wird der Spannungsbogen für die Reality-Soap nochmals aufgebaut. Das Hochglanz-Magazin titelte damals: „Eine Königsmörderin?“ Was Gabriele Pauli vielleicht noch nicht weiß, Mörderinnen können kein Erbe antreten.

Manfred Weber, Landesvorsitzender der Jungen Union in Bayern, ist der Meinung, Gabriele Pauli fülle mit ihrer Ankündigung lediglich “ein Sommerloch der Medien”. Die Vorsitzende der Frauen-Union, Emilia Müller, bezeichnete die Kandidatur von Gabriele Pauli als “Mediengag”. “Es ist schon erstaunlich, dass Frau Pauli nach allem, was sie in der CSU erleben musste, noch immer nicht gemerkt hat, in welcher Partei sie eigentlich ist: Ein Machtkartell alter Männer, für die ‚neue Akzente’ genau so Teufelszeug sind wie Paulis Latex-Handschuhe”, erklärte dagegen der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im bayrischen Landtag, Sepp Dürr.

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Doping? EPO? Jan Ullrich sucht Medium

Erstellt von AW am 11. Juli 2007

Jan Ullrich, der im Februar 2007 seine internationale Radsportkarriere für beendet erklärt hat, ist „zur Zeit auf der Suche nach dem richtigen Medium”. Mit Hilfe des Mediums erhofft sich der unter Dopingverdacht stehende Sportler nicht etwa Kontakt zu Außerirdischen. Vielmehr sucht er ein Medium, das seine „Meinung unverfälscht weitergibt“, wie der ehemalige ‚Tour de France’-Gewinner auf seiner Homepage mitteilt. Dort dementiert der 33-Jährige auch gleich einige Passagen eines gestern in der französischen Sportzeitung „L’Equipe“ veröffentlichten Interviews. Seine Aussagen gegenüber dem französischen Reporter Philippe Le Gars vor mehreren Wochen seien falsch übersetzt worden. So ein Pech aber auch: Einmal geredet, und dann auch noch falsch verstanden worden.

Den Satz “Ich bin niemandem etwas schuldig und habe genug Geld, um gut bis ans Ende meiner Tage zu leben”, habe Jan Ullrich, der wegen seiner angeblichen Verwicklung in den Dopingskandal kurz vor Ende der ‘Tour de France’ 2006 vom T-Mobile Team fristlos gekündigt wurde, weder so gesagt noch so gemeint. Vielmehr habe er dem Reporter der ‚L’Equipe’ gesagt: „Meine Aussage war, dass ich niemandem etwas schulde und unabhängig von Sponsoren, Medien und Verbänden bin. Von Geld - oder dass ich genug davon habe - war nie die Rede.” Zudem habe Jan Ullrich nicht gewusst, dass das interview gerade während der ‚Tour de France’ abgedruckt werden sollte.

Der einstige Radprofi Jan Ullrich nutzt seine Internetseite häufig für Gegendarstellungen. Erst vor knapp einem Monat dementierte er Medienberichte, in denen zu lesen war, er habe die Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen wollen. So soll nicht sein Manager,  Wolfgang Strohband, die Initiative gegenüber dem Bundeskanzleramt ergriffen haben, sondern ein Bekannter des Sportlers. Tatsächlich hatte ein befreundeter Geschäftsmann vom Bodensee im Alleingang vergeblich versucht, ein Treffen zwischen der deutschen Regierungschefin und dem unter Dopingverdacht stehenden Jan Ullrich zu arrangieren.

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